EnBW Ludwigsburg verschenkt Sieg gegen Braunschweig

Sonntag, 18.10.2009

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Nachdem die Mannschaft der EnBW Ludwigsburg im Spiel gegen die New Yorker Phantoms Braunschweig eine Minute vor Schluss bereits wie der sichere Sieger ausgesehen hatte, mussten sich die Barockstädter am Ende doch noch mit 74:75 (34:35) geschlagen geben. Der ehemalige Ludwigsburger Heiko Schaffartzik avancierte dabei in einer spannenden Schlussphase zum Matchwinner und war mit 19 Punkten zugleich Topscorer der Partie.

Wie schon gegen die Artland Dragons am Mittwochabend, dauerte es auch gegen die Phantoms aus Braunschweig ganze drei Minuten, bis die Ludwigsburger Korbjäger zu ihren ersten Punkten kamen. Die nervöse Anfangsphase der Hausherren war geprägt von Ballverlusten und Fehlwürfen, ehe die Einwechslung von Michael Haynes den Angriffsmotor der EnBW zum Laufen brachte. Beim Stand von 0:6 für den mit zwei Fouls belasteten Richard Chaney ins Spiel gekommen, führte der US-Amerikaner sein Team zu einem 7:0-Zwischenspurt, um so nach knapp fünf Minuten erstmals in Führung zu gehen. Dabei begeisterte Haynes die Zuschauer in der Arena Ludwigsburg mit einem schönen Zuspiel auf Kyle Visser, einem Treffer von der Dreierlinie und einem krachenden Dunking zum 7:6, während sich die Barockstädter nun auch in der Defensive stark verbessert zeigten und sich die Gäste jeden Wurf hart erarbeiten mussten. Es entwickelte sich in der Folge ein ausgeglichenes Spiel, bei dem sich keines der beiden Teams absetzen konnte, sodass es beim Stand von 17:17 in die Viertelpause ging.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts, blieben die Ludwigsburger dann jedoch erneut drei Minuten lang ohne Korberfolg. Die Phantoms dagegen kamen gut aus den Startlöchern und so komplettierten Tomasz Cielebak und Michael Hicks mit zwei Treffern von der Dreierlinie einen 8:0-Lauf, der die Gäste mit 23:17 in Front brachte. Kyle Visser gab mit vier Zählern am Brett schließlich die passende Antwort, ehe Michael Haynes mit einem erfolgreichen Dreipunktwurf weiter verkürzen konnte (26:24). Doch Ludwigsburg war nun zu nachlässig in der Verteidigung, sodass die Niedersachsen zu sechs Zählern in Serie kamen und EnBW-Coach Öngören sich beim Stand von 32:24 zu seiner zweiten Auszeit gezwungen sah. Danach lief es vor allem in der Defense wieder besser. Im Angriff sorgten derweil Domonic Jones, Quadre Lollis und Kyle Bailey für die nötigen Punkte und die Barockstädter kamen zu einem 6:0-Zwischenspurt, um bis zu Halbzeitpause auf 35:34 zu verkürzen.

In der Anfangsphase des zweiten Durchgangs wurde es spektakulär in der Arena Ludwigsburg. Erst riss Michael Haynes die EnBW-Fans mit einem Dunking zur ersten Führung seit dem ersten Viertel von ihren Sitzen, ehe auf der Gegenseite Brandon Thomas mit einer Flugeinlage die passende Antwort parat hatte. Auf dem Parkett entbrannte nun ein offener Schlagabtausch. Beide Mannschaften schenkten sich nichts und gingen mit viel Einsatz zur Sache. Nachdem Nate Fox in der vierten Minute sein viertes Foul kassierte und auf der Bank Platz nehmen musste, konnten sich die Hausherren durch Punkte von Jones und Bailey etwas absetzen (46:42), doch Nationalspieler Heiko Schaffartzik konterte prompt mit zwei Treffern aus der Distanz, um sein Team wieder in Führung zu schießen. Mit Punkten von der Freiwurflinie erhöhte Braunschweig bis auf 53:48, ehe David McCray den 11:2-Zwischenspurt der Gäste stoppen konnte und Domonic Jones mit der Schlusssirene des dritten Viertels für den 54:54 Ausgleich sorgte.

Die letzten zehn Minuten eröffnete Brandon Thomas mit einem Dreier, während Ludwigsburg wieder die obligatorischen drei Minuten benötigte, um die ersten Punkte in diesem Viertel zu erzielen. Richard Chaney, der aufgrund von Foulproblemen bislang überhaupt nicht ins Spiel gekommen war, war es schließlich überlassen, mit einem Treffer aus der Distanz für den erneuten Ausgleich zu sorgen, ehe Michael King die Barockstädter mit fünf Zählern in Serie zurück in Front brachte (62:59). Angetrieben von der lautstarken Unterstützung der Ludwigsburger Fans, legten King und Chaney nach einem technischen Foul gegen Tomasz Cielebak nach, sodass Gästetrainer Sebastian Machowski beim Stand von 66:61 nach fünf Minuten seine erste Auszeit nahm. Während die Braunschweiger Defense auch weiterhin kein Mittel gegen den nun überragenden Michael King fand, hielt Yassin Idbihi die Gäste mit zehn Punkten in Serie im Spiel. Brandon Thomas brachte sein Team zwei Minuten vor dem Ende mit zwei erfolgreichen Freiwürfen zum 71:69 gefährlich nahe heran, doch Kyle Visser und Michael Haynes hielten die Niedersachsen auf Abstand (74:69). Nachdem Jason Cain nochmals verkürzen konnte, hatte Michael King knapp eine Minute vor Schluss von der Freiwurflinie die Chance, für die Vorentscheidung zu sorgen. Doch der US-Amerikaner, der im Schlussabschnitt 12 seiner 14 Punkte erzielt hatte, vergab beide Versuche, während Heiko Schaffartzik im Gegenzug mit zwei Treffern von der Linie zum 74:73 erfolgreich war. Nach einer Auszeit vergaben Lollis und im Nachsetzen Chaney für die Gastgeber, sodass Braunschweig 30 Sekunden vor dem Ende die Möglichkeit hatte, in Führung zu gehen. Schaffartzik, mit 19 Punkten Topscorer der Phantoms, ließ sich diese Gelegenheit nicht entgehen und traf aus der Mitteldistanz zum 75:74 für die Niedersachsen. Acht Sekunden blieben den Ludwigsburgern noch, um die Partie zu ihren Gunsten zu entscheiden, doch Kyle Baileys Wurf in letzter Sekunde traf nur den Ring. So feierten am Ende die Gäste aus Braunschweig ihren dritten Sieg im dritten Spiel.

Stimmen zum Spiel

EnBW-Coach Tolga Öngören:
„Gratulation an Braunschweig. Wir haben heute ein gutes Spiel gesehen, in dem beide Mannschaften alles gegeben haben. Nachdem wir in der ersten Halbzeit nur schwer zu unserem Rhythmus gefunden haben, war es im zweiten Durchgang ein auf und ab mit viel Kampf auf beiden Seiten. Leider haben wir am Ende zu viele Fehler gemacht und den Sieg noch aus der Hand gegeben“.

Phantoms-Coach Sebastian Machowski:

„Das war heute ein wichtiger und schöner Auswärtssieg. Ich bin sehr froh, dass wir hier gewonnen haben, denn ich kann Coach Öngören nur zu einer sehr guten Mannschaft gratulieren, die er in diesem Jahr beieinander hat. Die aggressive Verteidigung der Ludwigsburger hat uns einige Probleme bereitet und uns zu vielen Ballverlusten gezwungen. Als wir kurz vor Schluss mit fünf Punkten zurück waren, sah es natürlich nicht gut aus für uns, doch die Mannschaft hat Charakter bewiesen und sich diesen Sieg redlich verdient“.

Die Viertel im Überblick:
17:17, 17:18, 20:19, 20:21

Zuschauer: 2.800

Scorer EnBW Ludwigsburg:

Haynes (14 Punkte), King (14), Jones (13), Lollis (11), Visser (10), Chaney (5), Bailey (5), McCray (2), Sanders (0), Heyden (0), Chennoufi (n.e.)

Scorer New Yorker Phantoms Braunschweig:
Schaffartzik (19 Punkte), Idbihi (15), Cielebak (9), Thomas (9), Hamilton (7), Fox (6), Cain (6), Hicks (4), Mittmann (0), El Domiaty (n.e.), Friedel (n.e.), Noch (n.e.)

Scouting zum Spiel

Fotogalerie
by Tobias Pfau


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