BG Remseck: Knappe Niederlage gegen den Tabellenführer
Montag, 26.10.2009

Eine Klassepartie sahen die über 100 Zuschauer in der Regentalhalle, liebevoll „Gomperle“ genannt, die die Heimpartie des Aufsteigers BG Remseck gegen den Tabellenführer aus Ulm besuchten.
Klarer Favorit waren die Ulmer, die nicht weniger als drei Spieler aus ihrem Bundesligakader und zwei weitere erfahrene Ex-Zweitligaspieler mitbrachten. Mit aller Kraft versucht man in Ulm aufzusteigen, um den Bundesliganachwuchs über eine möglichst hohe Spielklasse an das Bundesliga-Niveau heranzuführen. Das ist bereits eine Reaktion auf die Entscheidung der Deutschen Basketballbundesliga, den Anteil der deutschen Spieler in Zukunft erheblich zu erhöhen.
Etwas, was der Philosophie des Remsecker Trainers und Vereinsvorsitzenden Heinz Mörbe sehr entgegen kommt. „Die ausländischen Spieler sollten die Stars der Mannschaft sein, sie können die Lieblinge der Fans sein, aber nicht, wie in der Bundesliga derzeit, wo selbst die Position Nummer 9 und 10 an einen äußerst mittelmäßigen Amerikaner geht. Die Aussage, dass es nicht genügend deutsche Talente gibt ist einfach falsch. Man hat sich nur über viele Jahre nicht wirklich um die Talente gekümmert, keine individuelle Förderung vorgenommen und zu früh ist man auf Sicherheit gegangen. Ich hoffe, dass man jetzt auf dem richtigen Weg ist.“ Für die Oberligasaison 2009/2010 heißt dies, dass es wohl die stärkste Oberliga seit langem ist. Die Topteams werden als Nachwuchsteams für Bundesligisten umgebaut und Remseck muss als Aufsteiger zuschauen, dass man mithalten kann.
Nach 5 Spieltagen hat man nur einmal gewonnen, allerdings auch nur gegen die Spitzenteams gespielt. Zwei Heimspiele gegen die Titelfavoriten Schwäbisch-Hall und Ulm hat man nur mit drei Punkten verloren. Aber ab jetzt muss man zeigen, dass man in diese Liga gehört. Die weiteren Spiele bis Weihnachten bestreitet man gegen Mannschaften, die wie Remseck um den Anschluss ans Mittelfeld kämpfen, diese Spiele können und müssen gewonnen werden.
Dieses mal startete man mit einem 6:0-Lauf, erst dann kamen die Ulmer Gäste ins Rollen und zogen auf 9:6 davon. Das erste Viertel blieb völlig ausgeglichen mit 21:22. Im zweiten Viertel waren die Hausherren lange Zeit überlegen, zogen sogar auf 35:29 in der 15. Minute davon, aber eine mäßige Freiwurfquote verhinderte einen größeren Vorsprung als das knappe 44:42 für die BG Remseck.
Wie häufig auch in den letzen Spielen verschlief man dann den Start in das dritte Viertel. Die Ulmer waren vor allem am Korb kaum zu stoppen und lagen nach 25 Spielminuten mit 55:45 vorne. Das Trainerteam Heinz und Christoffer Mörbe benötigte eine Auszeit und drei Spielerwechsel um den Rhythmus des Ulmer Bundesliganachwuchses zu stoppen. Kurzfristig spielte man nur noch mit einem Center und wechselte auf eine aggressive Ganzfeldverteidigung. In der besonders der wieder genesene Stefan Gekeler, die „Mörbe-Brothers“ und Routinier Klaus Anwender großen Druck machten. Ganz langsam kämpfte man sich wieder heran und lag vor dem letzten Viertel nur noch mit 62:67 zurück.
Nach drei Minuten hatte man dann mit 72:71 wieder eine Führung herausgespielt, besonders die an diesem Tag überragenden Center Thomas Lieschke und Patrick Müller, sowie der immer stärker werdende Ramin Henke punkteten. Aber Ulm ließ sich nicht abschütteln, zog sogar auf 81:74 wieder davon. Remseck aber fightete und holte auf 80:81 auf. In den Schlussminuten entschied Ulm das Spiel an der Freiwurflinie für sich, 8:8 lautete die optimale Bilanz an Freiwürfen. Remseck dagegen konnte insgesamt von 39 zugesprochenen Freiwürfen nur 24 verwandeln, zu wenig um den Tabellenführer zu schlagen.
Hinzu kommt, dass seit Saisonbeginn Mannschaftskapitän Andreas Fugel mit einem Fingerbruch ausfällt. Vor allem seine Drei-Punkte-Würfe von außen fehlen der Mannschaft, genauso wie die Punkte des letztjährigen besten Werfers Johannes Mörbe, der einfach noch kein Wurfglück hat.
Aber die Spielanlage und die Moral sind in Ordnung. Wenn alle Spieler gesund sind und man diesen Kampfgeist immer an den Tag legen kann, braucht man keine Angst um den Klassenerhalt zu haben.
Es spielten:
Thomas Lieschke (23), Patrick Müller (20), Ramin Henke (19, 1 Dreier), Nemanja Pavlicevic (11, 1 Dreier), Stefan Gekeler (11 Punkte), Frederik Mörbe (2), Johannes Mörbe, Klaus Anwender, Fabian Eisemann, Michael Benzler und Cedric Abele.

