EnBW Ludwigsburg verspielt 15-Punkte-Führung in Bremerhaven
Sonntag, 03.01.2010



Rund ein Dutzend treue Fans der EnBW Ludwigsburg hatten sich trotz Schnee und Eis am Sonntagmorgen auf den weiten Weg nach Bremerhaven gemacht. Nach drei Niederlagen in Folge waren sie, genauso wie die Mannschaft, hungrig auf den lange ersehnten neunten Saisonsieg. Beim Stande von 16:31 Mitte des zweiten Viertels, feierten sie ihre Schwarz-Gelben dementsprechend, legten sie bis dahin doch ein äußerst ansehnliches Spiel aufs Parkett. Doch leider konnten die Barockstädter diese Führung nicht lange verteidigen. Bereits zur Halbzeit waren 14 Punkte davon aufgezehrt (32:33). Mit 53:53 ging es ins Schlussviertel, doch Bremerhaven ging innerhalb von vier Minuten vorentscheidend mit 62:53 in Front. Am Ende verloren die Schwaben mit 60:66 (33:32) und kassieren damit ihre siebte Niederlage im achten Spiel. Die deutliche Reboundunterlegenheit (50:35), 24 Offensivrebounds von den Eisbären und fünf Ballverluste im letzen Viertel, konnte auch die sehr gute Freiwurfquote (13/14 - 93 %) und eine ordentliche Dreipunktquote (7/21 – 33 %) nicht kompensieren. EnBW-Trainer Tolga Öngören zeigte sich auf der Pressekonferenz nach dem Spiel sichtlich angefressen. Er sprach von einer höheren Intensität auf Bremerhavener Seite, beim Rebounding und bei den sogenannten „loose balls“, verlorenen Bällen, die von beiden Mannschaften erkämpft werden können.
Die Barockstädter erwischten den besseren Start in die Partie. Quadre Lollis machte da weiter, wo er am Mittwoch gegen Berlin aufgehört hatte und setzte mit seinem ersten Dreier ein Zeichen an seine Mannschaft. Bremerhaven punktete bis zum 12:12 fast nur durch Freiwürfe. Über 12:17 nach dem ersten Viertel bis zum 12:23 Anfang des zweiten Viertels, legte das Öngören-Team einen 11:0-Lauf aufs Parkett. Die EnBW Ludwigsburg schien hungrig auf einen Sieg und ein Dreier von Michael King, ein Korbleger von Domonic Jones und ein weiterer Dreier von Kyle Bailey brachte die Gelben Riesen mit 16:31 in Front. Dann riss leider völlig der Faden und die Nordlichter konnten sich mit einem 13:0-Lauf innerhalb weniger Minuten zurück ins Spiel kämpfen (29:31). Dank zweier Freiwürfe von Kyle Visser, konnten die Schwaben immerhin noch mit einer Führung in die Kabine gehen (32:33).
Im dritten Viertel entwickelte sich ein hochklassiges Spiel, in dem die Führung ständig wechselte. Zunächst kämpfte sich Bremerhaven über 37:33 mit 41:36 in Front. Kyle Bailey, Rashaun Freeman und ein Dreier von Richard Chaney, eroberten die EnBW-Führung zurück (41:43). Über 43:43 gingen die Hansestädter wieder mit 49:45 in Führung, bevor Kyle Bailey per Dreier und Rashaun Freeman mit fünf Punkten in Folge das Ruder wieder auf 51:53 herumrissen. Mit Gleichstand (53:53) ging das Spiel in die letzte Verschnaufpause vor dem letzten Viertel. Die 2.740 Zuschauer in der Stadthalle Bremerhaven stellten sich auf eine spannende Schlussphase ein. Dass ihre Eisbären bereits vier Minuten später mit 62:53 in Front liegen sollten, hätte wohl nicht mal der kühnste Fan zu hoffen gewagt. Mit einem 9:0-Lauf besorgten die Schützlinge von Coach Doug Spradley beinahe schon die Vorentscheidung. Die EnBW-Offensive brach völlig in sich zusammen. Magere 7 Punkte und 5 Ballverluste waren die Schreckens-Bilanz der letzten zehn Minuten. Zwar gelang es den Schwarz-Gelben noch ein Mal bis auf 62:57 zu verkürzen, ehe Torrell Martin einen blitzsauberen Dreier zum 65:57 einnetzte. In der letzten Spielminute kamen die Gelben Riesen noch einmal auf fünf Punkte heran (65:60), doch im Angriff darauf leistete man sich einen weiteren Ballverlust und Bremerhaven besorgte den Endstand von 66:60.
Der Kampf um die Playoff-Plätze ist in vollem Gange und die EnBW Ludwigsburg braucht dringend einen Sieg, um weiter im Geschäft zu bleiben. Am Sonntag gastiert eine weitere Top-Mannschaft der Beko BBL in der Arena Ludwigsburg. Die MEG Göttingen ließ zuletzt mit Siegen in Berlin und vor eigenem Publikum gegen die Artland Dragons aufhorchen. Spielbeginn ist am Sonntag, den 10. Januar, um 17.00 Uhr in der Arena Ludwigsburg. Das ist zugleich das einzige Heimspiel der EnBW Ludwigsburg im Monat Januar. Tickets für diese Begegnung erhalten Sie im Online Ticket Shop der EnBW Ludwigsburg.
Stimmen zum Spiel:
EnBW-Coach Tolga Öngören:
"Glückwunsch an Bremerhaven zum Sieg. Wir sind gut ins Spiel gestartet und hatten heute sicher eine Chance, zu gewinnen. Aber die Eisbären waren beim Rebound einfach zu dominant. Wenn du als Mannschaft 24 Offensivrebounds des Gegners zulässt, ist das eindeutig zu viel. Unsere Freiwurfquote war heute, anders als zuletzt, in Ordnung. Unter dem Strich hat es aber leider nicht gereicht".
Eisbären-Coach Douglas Spradley:
"Wenn dieses Spiel im Oktober oder November gewesen wäre, hätten wir wahrscheinlich verloren. Man sieht, dass die Mannschaft seither einen Schritt nach vorne gemacht hat. Trotz der schlechten Anfangsphase, mit einer unterirdischen Trefferquote, haben sich meine Jungs mit viel Herz, Kampfgeist und Intensität zurück in die Partie gekämpft. Es war sicher kein schönes Spiel heute, aber dank harter Arbeit, sind wir am Ende als Sieger vom Platz gegangen. Nur das zählt".
Die Viertel im Überblick: 12:17, 20:16, 21:20, 13:7
Zuschauer: 2.740
Scorer EnBW Ludwigsburg:
Jones (12 Punkte), Bailey (10), Freeman (9), King (8), Chaney (7), Lollis (5), Visser (5), McCray (2), Sanders (2), Chennoufi (n.e.), Heyden (n.e.)
Scorer Eisbären Bremerhaven:
Campbell (14 Punkte), Gibbs (11), Lyde (11), Schwethelm (9), Brooks (8), Martin (7), Lucas (4), Lipke (2), Canty (n.e.), Moore (n.e.)
Scouting zum Spiel

