EnBW Ludwigsburg gewinnt Krimi gegen Göttingen

Sonntag, 10.01.2010

Foto: Gunnar Rübenach

Copyright: BBA & Ihre Partner

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Die Negativserie ist gestoppt! Nach zuletzt vier Niederlagen hintereinander, besiegte die EnBW Ludwigsburg am Sonntag die BG Göttingen mit 94:92 (38:45; 82:82) nach Verlängerung und bewies dabei ein riesiges Kämpferherz. Während Michael King mit 28 Punkten und dem entscheidenden Dreier zum Matchwinner avancierte, verdienten sich Ziyed Chennoufi und David McCray mit großartigen Leistungen ebenfalls ein Sonderlob von Headcoach Tolga Öngören.

Zum zweiten Mal in dieser Saison stand Ziyed Chennoufi in der Startformation der Gastgeber und wie schon seiner Zeit gegen Hagen, machte der Youngster in der Anfangsphase eine gute Figur. Der 21-Jährige nahm sich der Aufgabe an, den Topscorer der Gäste, Chris Oliver, zu verteidigen und hielt den US-Amerikaner ohne Korberfolg, sodass Oliver nach drei Minuten von seinem Trainer John Patrick auf die Bank beordert wurde. Dies nahm der Gästecoach zum Anlass, seinen berüchtigten Guard-Terror aufs Feld zu schicken und das Spiel nahm umgehend Fahrt auf. Die Göttinger drückten mächtig aufs Tempo und führten nach einem erfolgreichen Dreier von Taylor Rochestie, Mitte des ersten Viertels, mit 15:11. Fünf Punkte von Christopher McNaughton ließen den Vorsprung der Gäste weiter anwachsen, sodass sich Tolga Öngören nach sieben Minuten zu seiner ersten Auszeit gezwungen sah. Doch nach den guten Anfangsminuten der Hausherren waren es weiter die Göttinger, die in der Arena Ludwigsburg den Ton angaben und so sorgte Robert Kulawick mit dem vierten Distanztreffer der Niedersachsen für einen 23:14 Zwischenstand. Michael King, der im ersten Viertel neun seiner insgesamt 28 Punkte erzielte, stoppte den 8:0-Lauf der Gäste und hielt seine Mannschaft im Spiel. Trotzdem ging es letztlich mit einem 27:18 Rückstand aus den ersten zehn Minuten.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts konnten Quadre Lollis und David McCray zunächst mit zwei Treffern von der Dreierlinie verkürzen, Ludwigsburg schaffte es jedoch nicht, entscheidend heran zu kommen. Als dann Chris Oliver so langsam seinen Rhythmus in der Offensive zu finden schien, war die Führung der Göttinger nach sechs Minuten auf 40:30 angewachsen. King und McCray konterten mit zwei weiteren Distanztreffern, ehe Domonic Jones schließlich zum 45:38 Halbzeitstand vollendete. Während die Gastgeber im ersten Durchgang selbst noch nicht richtig in Schwung gekommen waren und viele Möglichkeiten ungenutzt ließen, offenbarten die Öngören-Schützlinge in der Defensive zu viele Schwächen, um den Angriffswirbel der Göttinger zu stoppen. So brachten die Niedersachsen in den ersten zwanzig Minuten über 60% ihrer Würfe im Korb der Hausherren unter, die EnBW’ler hingegen kamen lediglich auf eine Quote von 40%, sodass die Gründe für den 7-Punkte Rückstand zur Halbzeit, deutlich auf der Hand lagen.

Den dritten Abschnitt eröffneten die Gäste in gewohnter Manier. Ben Jacobsen versenkte einen Dreier zum 48:38, doch Ziyed Chennoufi hatte die passende Antwort parat und war im darauf folgenden Angriff, ebenfalls aus der Distanz erfolgreich. Der Ludwigsburger Youngster legte nun so richtig los und traf wenig später erneut von der Dreierlinie, ehe er seinen achten Punkt in Serie zum 50:46 erzielte. Der junge Deutsche begeisterte die Zuschauer in der Arena und sorgte für großartige Stimmung auf den Rängen. Gleichzeitig war seine Serie scheinbar Inspiration für seine Mannschaftskollegen, denn nachdem Michael King und Quadre Lollis aus der Distanz nachgelegt hatten, erzielte Kyle Bailey nach vier Minuten die erste Ludwigsburger Führung seit dem 4:3. Das EnBW-Team war wieder da und spielte nun, angetrieben von der lautstarken Unterstützung ihrer Fans, auf beiden Seiten des Feldes mit neuem Selbstvertrauen und unglaublich hoher Intensität. Göttingen benötigte ein paar Minuten, um sich von dem 11:2-Zwischenspurt der Gastgeber zu erholen, hatten dann jedoch den richtigen Konter auf Lager und starteten selbst einen 10:2-Run, um sich bis zum Ende des dritten Viertels eine 67:63 Führung herauszuspielen.

Zu Beginn des Schlussabschnitts hielten die Niedersachsen das EnBW-Team zunächst mit zwei erfolgreichen Dreiern von Robert Kulwawick und Chirs Oliver auf Abstand, doch die Barockstädter kämpften sich erneut zurück. Punkte von Michael King, David McCray und Quadre Lollis, brachten die Hausherren nach fünf Minuten auf 75:73 heran, ehe Rashaun Freeman mit zwei Treffern von der Freiwurflinie für den Ausgleich sorgte. Für den US-Amerikaner war dies die Initialzündung, erzielte Freeman nun doch sechs Zähler in Serie, um damit eine spannende Schlussphase einzuleiten. King zeigte sich schließlich für die erneute Ludwigsburger Führung verantwortlich, ehe Taylor Rochestie und Chester Frazier von der Freiwurflinie zum 82:80 für die Göttinger erfolgreich waren. 20 Sekunden vor dem Ende brachte Quadre Lollis die Stimmung in der Arena dann endgültig zum Kochen. Nach einem Fehlwurf von Rochestie, war der Routinier per Korbleger zum Ausgleich erfolgreich und sorgte damit für wahre Begeisterungsstürme auf den Rängen der Ludwigsburger Heimspielstätte. Der vermeintlich letzte Angriff gehörte den Gästen, Chris Oliver verlor den Ball jedoch an Lollis. Der 36-Jährige machte somit den Weg frei für David McCray, der im folgenden Schnellangriff gefoult wurde und 0,1 Sekunden vor Schluss an die Freiwurflinie trat, um damit den Sieg in den Händen zu halten. Dem jungen Aufbauspieler, der mit 14 Punkten eine großartige Leistung ablieferte, versagten jedoch die Nerven und beide Versuche verfehlten knapp ihr Ziel, sodass es beim Stand von 82:82 in die Verlängerung ging.

McCray ließ sich von seiner vergebenen Chance nicht aus der Bahn werfen und eröffnete die zusätzlichen fünf Minuten mit einem Treffer von der Dreierlinie. Kyle Visser und Kyle Bailey legten nach, sodass Ludwigsburg nach zwei Minuten mit 89:86 in Front lag. Dwayne Anderson brachte die Gäste mit zwei erfolgreichen Dreiern zurück und sorgte, gut eine Minute vor Schluss, für eine 92:89 Führung der Niedersachsen. Angetrieben von der tollen Stimmung in der Arena gab Quadre Lollis anschließend mit seinen Punkten 13 und 14 die passende Antwort, ehe der mit 28 Zählern beste Korbjäger Michael King sein Team, 14 Sekunden vor dem Ende, per Dreier in Front schießen konnte und die EnBW-Fans damit in wahre Ekstase versetzte. Nach einer Auszeit der Gäste folgte der letzte Angriff des Spiels. Die Anspannung war zum Greifen und als Ben Jacobsen schließlich zum Dreier ansetzte, hielten die 3.400 Zuschauer in der Arena den Atem an. Der Wurfversuch des Amerikaners verfehlte sein Ziel, Göttingen hatte durch Tip-Ins von Jason Boone und Taylor Rochestie jedoch noch zwei weitere Chancen, sich zumindest in eine zweite Verlängerung zu retten. Letztlich blieben aber auch diese Versuche erfolglos, sodass die EnBW’ler als Sieger aus dieser, an Spannung kaum zu überbietenden Schlussphase hervorgingen, um sich nach Spielende von ihren Fans feiern zu lassen.

Die EnBW hat sich gegen Göttingen eindrucksvoll zurückgemeldet, seinen Fans am Sonntag ein echtes Spektakel geboten. Neben Topscorer Michael King und Routinier Quadre Lollis, konnten dabei vor allem die beiden jungen Deutschen David McCray und Ziyed Chennoufi überzeugen, während das gesamte Team eine beeindruckende kämpferische Leistung ablieferte. Einziger Wehrmutstropfen dieses so unglaublich wichtigen Sieges, ist die erneute Verletzung von Rashaun Freeman. Der Power Forward musste eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit vom Feld getragen werden, nachdem er in der Schlussphase wichtige Punkte erzielt hatte. Noch gibt es keine Diagnose und die Verantwortlichen hoffen, dass es sich um keine ernsthafte Verletzung handelt, fehlten mit Michael Haynes und Richard Chaney gegen Göttingen doch bereits zwei wichtige Leistungsträger.

Stimmen zum Spiel:


EnBW-Coach Tolga Öngören:

„Ich gratuliere meiner Mannschaft zu dieser tollen Leistung heute. Meine Spieler haben große mentale Stärke bewiesen und waren das gesamte Spiel über, sehr fokussiert. Ziyed Chennoufi und David McCray will ich dabei nochmal besonders hervorheben, die zwei haben heute einen ganz entscheidenden Teil zum Sieg beigetragen“.

BG-Coach John Patrick:

„Gratulation an Tolga Öngören und seine Mannschaft. Ludwigsburg hat heute ein großes Kämpferherz bewiesen und sich den Sieg vor dieser tollen Kulisse durchaus verdient. Sie haben uns etwas die Spielweise geklaut, denn es kommt nicht sonderlich häufig vor, dass eine Mannschaft mehr Würfe nimmt, als wir. Damit sind wir in der zweiten Halbzeit nicht zurecht gekommen“.

Die Viertel im Überblick: 18:27, 20:18, 25:22, 19:15, 12:10

Zuschauer:
3.400

Scorer EnBW Ludwigsburg:
King (28 Punkte), Lollis (14), McCray (14), Visser (10), Bailey (8), Freeman (8), Chennoufi (8), Jones (3), Sanders (1), Heyden (0), Chaney (n.e.)

Scorer BG Göttingen:
Anderson (18 Punkte), Oliver (16), Boone (14), Rochestie (13), Little (8), Jacobsen (6), Kulawick (6), McNaughton (5), Frazier (4), Meeks (2), Welzel (n.e.)

Scouting zum Spiel

Fotogalerie
by Gunnar Rübenach


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