Homestory Teil 2: Zu Besuch bei Ziyed Chennoufi!
Freitag, 15.01.2010


Eigentlich kennt man die gelben Riesen nur auf dem Parkett! Man sieht sie bei den Heimspielen in der Arena Ludwigsburg, oder vielleicht auch in fremder Halle, man begegnet ihnen mal auf der Straße, beim Essen, oder beim Einkaufen, aber wie sieht es bei den Spielern der EnBW Ludwigsburg daheim aus? Was wäre Mike Haynes geworden, wenn er nicht Basketball spielen würde? Wo hält sich Kyle Bailey am liebsten in Ludwigsburg auf, oder wie verbringt Domonic Jones seine Zeit zwischen den Trainingseinheiten? Das alles und mehr, möchten wir in unserer Homestory Serie herausfinden. Nach und nach besuchen wir jeden Spieler in seinen eigenen vier Wänden und stellen ihm interessante Fragen über sich selbst, Basketball und das Leben in Ludwigsburg.
Ziyed wohnt nicht direkt in Ludwigsburg, sondern in einem der umliegenden Orte. Zusammen mit seiner Freundin bewohnt er eine kleine, aber sehr gemütliche Wohnung mit einem sehr großen Balkon. „Der Balkon ist das absolute Highlight der Wohnung. Er ist schön groß und die Aussicht ist echt toll“, so der 21-Jährige und ergänzt: „Meine Nachbarn sind sehr nett, sie erkundigen sich über die Zeitung, wie unsere Spiele verliefen und sprechen mich daraufhin an. Zudem empfangen mich hin und wieder Kinder vor dem Haus und fragen, wies bei mir so läuft“. Ziyed kommt ursprünglich aus Hagen, wo er zum ersten Mal mit 8 Jahren einen Basketball in der Hand hatte. „Ich entschied mich dann aber zunächst für Fußball und Leichtathletik und habe nur hin und wieder Streetball mit Freunden gespielt“, so Ziyed. Mit 14 Jahren trat er dann doch aktiv einem Verein bei und dadurch hat sich dann sein Leben komplett geändert. „Meine Familie kannte sich anfangs überhaupt nicht mit Basketball aus, aber mittlerweile sind alle in Sachen Regeln Profis und verfolgen meine Spiele und die Lage in der Beko BBL“. Ziyeds Eltern kommen aus Tunesien, doch er und seine Geschwister sind hier geboren und aufgewachsen.
Mit 19 Jahren entschied sich Ziyed dafür, den Verein zu wechseln: „Ich hatte damals zwei Optionen: ein College in den USA, oder ein anderer deutscher Club mit einem guten Nachwuchsprogramm“. Die Entscheidung fiel auf Ludwigsburg und den Kooperationspartner, die VfL Kirchheim Knights. „Mir war sehr wichtig, dass ich noch bei einem Partnerverein in der Pro A Spielpraxis sammeln kann“, so Ziyed, der seine Entscheidung stets alleine traf. „Aber als ich dann hier her kam, war ich sehr froh, dass ich Phillipp Heyden schon von der Jugendnationalmannschaft her kannte. Er hat mir sehr geholfen, mich hier schnell einzuleben“. Mit Phillipp gemeinsam, spielt Ziyed auch in dieser Saison noch für die Ritter, doch auch in der Bundesliga bekommt er seine Einsatzzeiten. Denn auf dem Feld erhält Ziyed die volle Unterstützung der Fans und hat auch das Vertrauen von Headcoach Tolga Öngören. „Die Fans hier sind sehr Basketballverrückt und unterstützen ihr Team und die Spieler immer fantastisch. Speziell im dritten Viertel, beim letzten Heimspiel gegen Göttingen, hat uns die komplette Arena angefeuert und so konnten wir das Spiel noch drehen“. Die gute Stimmung findet man auch im Team wieder. „Wir unternehmen viel gemeinsam, z.B. haben wir im vergangenen Sommer öfters bei mir auf dem Balkon gegrillt“, so Ziyed.
Seit einigen Monaten wohnt auch seine Freundin bei ihm: „Wir haben uns in Hagen beim Basketball kennengelernt. Doch sie hat ihre Ausbildung zuerst zu Ende machen müssen und konnte darum erst jetzt nach Ludwigsburg kommen“. Mittlerweile arbeitet sie hier als Krankenschwester und spielt im Verein Basketball. An freien Tagen gehen die beide gerne ins Kino und zum Essen. Die freie Zeit ist bei Ziyed aber knapp bemessen: „Ich leiste neben dem Basketball noch meinen Zivildienst ab“. Hier arbeitet er mit Jugendlichen zusammen, was ihm aber sehr viel Spaß bereitet: „Ich gebe Training, oder betreue die Jugendlichen im Jugendzentrum. Als ich jünger war, war ich auch sehr oft in einem Jugendzentrum und habe dort meine Freizeit verbracht“. Und was wäre aus ihm geworden, wenn er nicht zum Basketball gekommen wäre? „Ich hätte wahrscheinlich etwas im Architektur-Bereich gearbeitet, oder studiert“, so Ziyed und weiter: „Ich kann mir auch gut vorstellen, dies irgendwann einmal zu machen, doch zunächst möchte ich mich zu 100 % auf den Basketball konzentrieren“. Kraft gibt ihm hierfür auch seine Religion, der Islam. „Ich bete vor jedem Spiel, in der Halle, oder schon zu Hause. Das nimmt mir die Nervosität“, so der 21-Jährige.
Hast du noch eine spezielle Frage zu einem unserer Spieler, den wir noch nicht besucht haben? Dann schreibe uns eine Mail mit deiner Frage an info@enbw-ludwigsburg.de.
Wir freuen uns darauf!

