EnBW Ludwigsburg kommt auswärts erneut unter die Räder
Samstag, 16.01.2010



Der letzte Auswärtssieg der EnBW Ludwigsburg liegt mittlerweile mehr als zwei Monate zurück. Am 7.November siegte die Truppe von Trainer Tolga Öngören in der Schlusssekunde beim schwäbischen Rivalen in Tübingen. Leider konnte diese Durststrecke auf fremdem Parkett auch am Samstagabend in Quakenbrück nicht beendet werden. Die Schwaben verloren im Artland deutlich mit 56:77 und verspielten dabei eine 13-Punkte-Führung im zweiten Viertel (32:19). Eine katastrophale Wurfquote (32% aus dem Feld, 6/30 Dreipunktewürfe), sowie eine in der zweiten Halbzeit nicht vorhandene Offensivleistung, waren die Hauptgründe für die sechste Auswärtspleite in Folge. Die Barockstädter gehen damit mit einer Bilanz von 9 Siegen und 10 Niederlagen in die „ALL STAR“-Pause.
Tolga Öngören schenkte zu Beginn des Spiels den gleichen Fünf, wie im Heimspiel gegen Göttingen, das Vertrauen. Die Schwarz-Gelben begannen also mit Bailey, King, Chennoufi, Lollis und Visser. Quadre Lollis eröffnete das Spiel mit einem Dreipunktespiel und Kapitän Kyle Bailey legte gleich zur schnellen 0:5-Führung nach. Doch Ex-Ludwigsburger Ronald Ross brachte seine Dragons nun ebenfalls ins Spiel und konterte zum 6:5. Beim Stande von 8:9 hatten die Ludwigsburger ihren ersten kleinen Lauf, in dem Quadre Lollis und Kyle Visser zusammen neun Punkte in Folge zum 8:18 erzielten. Die mitgereisten Dunking Dukes feierten ihre EnBW’ler und die ausverkaufte Artland Arena zeigte sich beeindruckt, von den extrem selbstbewusst und sicher agierenden Schwaben. Das erste Viertel endete mit 10:20. Anfang des zweiten Viertels zeigte Artlands Flügelspieler Toby Bailey seine ganze Klasse und erzielte sieben Punkte in Serie zum 19:25 Zwischenstand. Doch Richard Chaney konterte eiskalt mit seinem zweiten Dreipunktewurf (19:28) und Kyle Bailey brachte mit einem Korb trotz Fouls und anschließend verwandeltem Bonusfreiwurf die Führung wieder in den zweistelligen Bereich (19:31). Im Angriff darauf ließ sich Nathan Peavy zu einem unsportlichen Foul an Marco Sanders hinreißen. Dieser konnte einen von zwei Freiwürfen zum 19:32 (16.Spielminute) verwandeln. Doch dann kam ein Bruch ins Spiel der Gelben Riesen. Ballverluste und Fehlwürfe häuften sich und die Artland Dragons nutzten diese Schwächephase der Öngören-Truppe zu einem 12:3-Lauf bis zur Halbzeit und verkürzten so auf 31:35.
Nach dem Pausentee schienen sich die EnBW’ler wieder gefangen zu haben und lagen nach einem Bailey-Dreier wieder mit 36:42 in Front. Rashaun Freeman erzielte das 39:44 und niemand konnte zu diesem Zeitpunkt ahnen, dass in diesem Viertel lediglich noch ein weiterer Korberfolg der Ludwigsburger folgen sollte. Die Artland Dragons legten einen furiosen 13:2-Lauf aufs Parkett und verwandelten die Halle in ein „Tollhaus“, wie Dragons-Coach Torsten Leibenath es nachher auf der Pressekonferenz beschrieb. Mit 52:46 begann das Schlussviertel, doch eigentlich hätte man dieses nach 5 Minuten auch wieder beenden können. Ein weiterer Lauf der Dragons (16:2) bis zum 68:48 entschied die Partie bereits frühzeitig. Toby Bailey per Dreier, Folarin Campbell gleich zweimal per Dreier und zum Abschluss der zweite Ex-Ludwigsburger Chad Prewitt ebenfalls per Dreier, fertigten die in dieser Phase hilflos wirkenden Ludwigsburger regelrecht ab. Am Ende Stand ein 77:56 auf der Anzeigetafel des Drachenkäfigs. Artland traf in der zweiten Halbzeit 8/9 Dreipunktewürfe, Ludwigsburg leistete sich derweil 7 Ballverluste und eine Wurfausbeute von 9 Treffern bei 34 Versuchen. Die Außenspieler der EnBW Ludwigsburg kamen insgesamt auf 10 Treffer bei 39 Versuchen, während ihre Kollegen aus dem Artland 20 Treffer bei 32 Versuchen feiern konnten. Da half auch die gewonnene Reboundbilanz (39:27) und daraus resultierend ein Mehr an 11 Wurfversuchen nicht weiter.
Mit 9 Siegen und 10 Niederlagen gehen Tolga Öngören und sein Team in die anstehende Pause des ALL STAR DAYS am 23. Januar in Bonn. Shooting-Guard Michael King wird dort die Fahnen der Barockstädter hoch halten und in der Aufstellung des Teams Süd stehen. Wer Michael King und Ziyed Chennoufi hautnah erleben möchte, ist am Mittwoch herzlich willkommen zum Fantreffen (20. Januar, ab 19:30 Uhr) in der Blauen Agave, gleich neben der Arena Ludwigsburg. Das nächste Pflichtspiel der EnBW Ludwigsburg steht am 31. Januar bei den New Yorker Phantoms in Braunschweig an. Eine gute Nachricht zum Schluss: Der Heilungsverlauf von Michael Haynes’ Daumenverletzung verläuft bisher planmäßig und der variable Flügelspieler kann aller Voraussicht nach, in der ersten Februar-Woche wieder ins Spielgeschehen eingreifen.
Stimmen zum Spiel:
EnBW-Coach Tolga Öngören:
"Die Dragons haben den Sieg verdient, weil sie in der zweiten Hälfte besser gespielt haben. Wir haben das Spiel ganz gut begonnen und gute Würfe getroffen. Außerdem hatten wir Ronald Ross gut unter Kontrolle und einen Vorteil bei den Dreiern. In der zweiten Halbzeit haben wir unseren Angriff nicht ins Rollen gebracht und Ronald Ross hat uns mehr und mehr gestört. Daraus sind dann einige einfache Körbe für die Dragons entstanden, ebenso wie weit offene Drei-Punkte-Würfe. Wir haben dann unser Selbstvertrauen verloren. Zudem hatten wir 16 Ballverluste, davon mindestens acht unnötige. Außerdem gewinnt man auswärts kein Spiel mit nur 56 Punkten und 32 Prozent Trefferquote aus dem Feld. Wir müssen jetzt nach Hause fahren, uns regenerieren und uns auf die nächsten Spiele konzentrieren".
Dragons-Coach Thorsten Leibenath:
"Das war ein extrem wichtiges Spiel für uns. Wir wollten unseren Aufwärtstrend fortsetzen. Wir hatten vier gute Spiele in Folge, von denen wir drei gewonnen haben. Allerdings war es nur ein Sieg in der Bundesliga gegen Bonn und zwei in der EuroChallenge. Wir wollten die guten Leistungen auch hier bestätigen. Außerdem haben wir einen direkten Konkurrenten um die Playoff-Plätze in Schach gehalten. So wie Ludwigsburg sich im ersten und zweiten Viertel präsentiert hat, werden sie bei der Vergabe der Playoff-Plätze ein wichtiges Wort mitreden. Wir haben uns durch den Sieg auch ein bisschen Luft in der Tabelle verschafft. Zudem haben heute unsere Fans gespürt, wie viel Potential in dem Team steckt. Als es im zweiten Viertel nicht lief, glich die Arena einem Tollhaus. Es war beeindruckend, wie die Fans das Team unterstützt haben und zu sehen, was mit dem “sechsten Mann“ möglich ist. In der zweiten Halbzeit war unsere Verteidigung auf einem extrem hohen Niveau. Wir haben uns das Selbstvertrauen für den Angriff dort geholt, was die acht von neun Dreier in der zweiten Halbzeit zeigen. Alles war natürlich nicht gut. Es gibt sicherlich Spiele, in denen uns 18 Offensiv-Rebounds des Gegners deutlich mehr weh tun. Daran müssen wir arbeiten".
Die Viertel im Überblick: 20:10, 21:15, 21:11, 25:10
Zuschauer: 3.000 (ausverkauft)
Scorer EnBW Ludwigsburg:
Lollis (13 Punkte), Bailey (10), Visser (8), Jones (6), Chaney (6), King (5), McCray (3), Chennoufi (2), Freeman (2), Sanders (1), Heyden (0)
Scorer Artland Dragons:
Bailey (15 Punkte), Ross (14), Campbell (14), Lee (9), Prewitt (9), Fenn (7), Hall (4), Peavy (3), Seggelke (2), Feist (0), Stückemann (0), Hartenstein (0)
Scouting zum Spiel

