BBA Ludwigsburg 2009/10: Vom Abstieg bis in die Playoffs

Donnerstag, 11.03.2010

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Nachdem das Ludwigsburger NBBL-Team vor knapp einem Jahr aus der U19-Bundesliga abgestiegen war und sich anschließend durch die Relegationsrunde kämpfen musste, hat die Basketball-Akademie am Sonntag die große Chancen unter die besten acht Mannschaften Deutschlands einzuziehen. Um 13.00 Uhr treffen die Jorgusen-Schützlinge in der Innenstadtsporthalle auf den ASC Theresianum Mainz.

Fast ein Jahr ist es her, dass die SG Ludwigsburg/Tübingen im entscheidenden dritten Spiel der Play-Downs eine bittere 79:85 Niederlage gegen das Team Kurpfalz hinnehmen musste um daraufhin aus der Nachwuchs-Basketball-Bundesliga (NBBL) abzusteigen. Ein Schock für alle Beteiligten, doch die Mannschaft von Headcoach Ross Jorgusen kam schnell wieder auf die Beine und bereitete sich in den nächsten Wochen intensiv auf die Relegationsrunde vor um sich nach Auflösung der Spielgemeinschaft als BBA Ludwigsburg erneut für die U19-Bundesliga zu qualifizieren. Im Juni zahlte sich diese Arbeit aus und die Barockstädter dominierten das in Ludwigsburg stattfindende Turnier, bei dem die Neubewerber aus Würzburg und Freiburg sowie der Absteiger aus Speyer deutlich in die Schranken gewiesen wurden und man sich als Turniersieger souverän das Ticket für die neue Spielzeit in der NBBL sicherte. Erleichtert und mit dem klaren Ziel der ersten Playoffteilnahme starteten die Jorgusen-Schützlinge anschließend in die Saisonvorbereitung, bei der mit Jonathan Maier ein Neuzugang zur Mannschaft stieß. Der damals 16-Jährige wurde von den Ludwigsburger Verantwortlichen beim Relegationsturnier entdeckt als er mit dem Team Schwarzwald vergeblich um einen Startplatz in der NBBL gekämpft hatte und sich daraufhin für einen Wechsel in die Barockstadt entschied. Somit hatte der schwere Gang in die Relegation doch noch sein Gutes, hätte Maier sonst doch wohl nie den Weg nach Ludwigsburg gefunden.

Zusammen mit den anderen Neuzugängen Patrick Scherer und Theodor Tümpel sowie dem aus der U16 nachgerückten Markus Gekeler trat das BBA-Team dann im September zum ersten echten Test beim 2. Reca Basketball-Cup in Kupferzell an. Dabei präsentierte sich die Ludwigsburger Mannschaft in hervorragender Verfassung und besiegte den Erzrivalen aus Urspring im Halbfinale mit 65:53, ehe man im Endspiel gegen Ulm mit 77:63 deutlich die Oberhand behielt um den Turniersieg zu feiern. Bestens vorbereitet gingen die Barockstädter im Oktober also in die Saison, in der man zum Auftakt erneut auf die Ulmer treffen sollte. Nach einigen Startschwierigkeiten blieb man letztlich denkbar knapp mit 73:72 siegreich, ehe im zweiten Saisonspiel der SSC Karlsruhe deutlich in die Schranken gewiesen wurde. Nach dem gelungenen Saisonauftakt, der allerdings durch die schwere Verletzung von Dennis Ludwig (Kreuzbandriss) überschattet wurde, reisten die BBA’ler am dritten Spieltag zum Topspiel nach Urspring. Grippegeschwächt konnte der Erfolg vom Vorbereitungsturnier jedoch nicht wiederholt werden, sodass man letztlich eine 60:73 Niederlage Niederlage einstecken musste. Beim darauffolgenden ersten Auftritt vor heimischem Publikum dominierten Bekteshi & Co. gegen das Basket-College Rhein-Neckar lange Zeit die Partie, ehe das Spiel in der zweiten Halbzeit aus der Hand gegeben wurde und letztlich eine 72:76 Niederlage zu Buche stand. Trotz der ersten Rückschläge als Mannschaft fand die positive Entwicklung der Ludwigsburger Talente beim Deutschen Basketball Bund (DBB) Beachtung, sodass mit Besnik Bekteshi, Jonathan Maier und Dennis Schreiber drei BBA-Spieler Einladungen zu diversen Nationalmannschaftslehrgängen erhielten. Auch in der NBBL zeigte man sich nun wieder von seiner besten Seite und gab nach zwei Niederlagen in Serie die passende Antwort gegen das Team Kurpfalz um sich mit dem 83:79 Erfolg gleichzeitig für die bittere Pleite in den Play-Downs zu revanchieren. Das BBA-Team nahm nun so richtig Fahrt auf und landete beim Heimspiel in Marbach einen deutlichen 82:57 Sieg gegen Trier, ehe zum Abschluss der Vorrunde der FC Bayern München mit 88:46 aus deren eigener Halle gefegt wurden. In der bayrischen Landeshauptstadt kamen schließlich auch die beiden letztjährigen U16-Spieler Lukas Oesterle und Justin Konietzke erstmalig zum Einsatz in der NBBL, während Jonathan Maier kurze Zeit später durch eine Fußverletzung außer Gefecht gesetzt wurde.

Doch auch ohne den Big Man blieben die Barockstädter auch im neuen Jahr in der Erfolgsspur und besiegten zum Rückrundenauftakt die Basketballakademie Ulm mit 73:58. Nachdem man sich auch gegen Karlsruhe keine Blöße gegeben hatte (100:50), stand für Besnik Bekteshi ein ganz besonderes Highlight auf dem Programm. Beim Beko BBL All-Star-Day kam der Aufbauspieler im NBBL All-Star-Game für den Süden zum Einsatz um sein Team mit einer starken Leistung zu einem knappen Erfolg nach Verlängerung zu führen, wobei er den MVP-Titel nur haarscharf verpasste. Auch in der Liga kam es nun zum echten Showdown. In Kirchheim empfingen die BBA’ler vor mehr als 400 Zuschauern den bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer aus Urspring, der in einer hochklassigen Partie mit 63:62 besiegt wurde um den sechsten Sieg in Serie zu feiern. Ohne Nationalspieler Bekteshi sowie den für den Rest der Saison verletzt ausfallenden Thimo Künzel ging es anschließend zum Duell um Platz zwei gegen Rhein-Neckar, wo man jedoch nicht an die Leistung gegen Urspring anknüpfen konnte und mit 49:79 unter die Räder kam. Im Heimspiel gegen Kurpfalz sahen die Barockstädter dann lange Zeit wie der sichere Sieger aus, ehe ein katastrophales Schlussviertel doch noch für eine ärgerliche 65:63 Niederlage sorgte und man sich endgültig von der Chance auf den zweiten Tabellenplatz verabschieden musste. Mit Siegen gegen Trier und München konnte in den letzten beiden Saisonspielen aber zumindest noch der dritte Rang gesichert werden, sodass man die Division Süd letztlich mit 10-4 Siegen beendete.

Als Hauptrundendritter qualifizierte sich das Ludwigsburger NBBL-Team nach drei Jahren Play-Downs also erstmals für die Endrunde, in der es die Barockstädter zunächst mit dem zweiten der Division Mitte zu tun bekommen. Im Hinspiel der ersten Playoff-Runde erkämpften sich Metter & Co. einen knappen 67:63 Sieg, sodass man am Sonntag im Heimspiel mit einem Sieg in die nächste Runde einziehen kann. Nach einem bewegenden Jahr, in dem die BBA’ler Höhen und Tiefen erlebten, wäre das Weiterkommen unter die acht besten Teams Deutschlands ein riesiger Erfolg.


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