BSG Ludwigsburg: Aufholjagd kommt zu spät

Dienstag, 06.10.2009

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Erneut schwache erste Halbzeit kostet BSG-Team den Sieg / 72:86 (28:47) Niederlage gegen PSK City Baskets

Wie schon in den ersten beiden Saisonspielen gegen Hanau und Trier erwischten die Ludwigsburger auch am Samstag gegen die PSK City Baskets einen denkbar schlechten Start in die Partie. Während Kantschar & Co. offensiv noch ihren Rhythmus suchten, präsentierte sich das BSG-Team in der Verteidigung in katastrophaler Verfassung und ließ die Gäste ein ums andere mal gewähren. So erspielten sich die Badener bereits nach vier Minuten eine deutliche 13:2 Führung und zwangen Tobit Schneider früh zu seiner ersten Auszeit. Danach lief es zumindest im Angriff etwas besser, doch in der Defensive offenbarten die Barockstädter weiterhin eklatante Schwächen, sodass Terrell Towns per Dreier nochmals erhöhen konnte (19:6). Jonathan Maier, Tim Koch und David Michalczyk war es schließlich zu verdanken, dass der Rückstand bis zum Ende des ersten Viertels auf 25:18 verkürzt wurde um den Schaden des schwachen Auftaktes damit in Grenzen zu halten.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts nahm der Aufwärtstrend jedoch ein abruptes Ende und die Gäste konnten mit einem 6-0 Lauf erneut auf dreizehn Punkte davonziehen. Tim Koch und Fabian Feil konterten zunächst um die BSG in Schlagdistanz (33:25) zu halten, ehe man sich mit zahlreichen Ballverlusten selbst das Leben schwer machte. Die City Baskets nutzten die Schwächen der Barockstädter gnadenlos aus und starteten einen 10-0 Zwischenspurt um sich zwei Minuten vor der Halbzeitpause auf 43:25 abzusetzen. Aufbauspieler Philipp Lieser bekamen die Hausherren dabei überhaupt nicht in den Griff und so führte der gebürtige Göttinger mit elf Punkten und sechs Assists im ersten Durchgang hervorragend Regie. Mit einem 47:28 Rückstand ging es schließlich in die Kabine.

Auch im dritten Viertel bot sich den Zuschauern in der Rundsporthalle zunächst das selbe Bild. Die junge Ludwigsburger Mannschaft überließ den souveränen Gästen das Spiel um beim 56:32 Zwischenstand nach drei Minuten schon beinahe hoffnungslos ins Hintertreffen zu geraten. Als sich auf den Rängen bereits das Gefühl breit machte, die Schneider-Truppe würde sich nun ihrem Schicksal ergeben, ging urplötzlich ein Ruck durch das BSG-Team. Auf einmal präsentierten sich die Hausherren wie ausgewechselt und starteten angeführt vom immer stärker werdenden Besnik Bekteshi eine furiose Aufholjagd. Mit einem 13-0 Run, den der 16-jährigen Ludwigsburger Aufbauspieler per Dreier zum 56:49 komplettierte, kämpften sich die BSG’ler in unnachahmlicher Manier zurück in die Partie. Nachdem Bekteshi mit seinem vierten Foul auf der Bank Platz nehmen musste, konnte Gästeforward Towns den Lauf der Hausherren mit vier Punkten in Serie zwar stoppen, doch die Barockstädter hatten nun Blut geleckt und spielten sich in einen regelrechten Rausch. Koch legte aus der Distanz nach, Michalczyk und Ifuly erzielten fünf Punkte von der Freiwurflinie und die badischen Gäste kamen langsam aber sicher ins Schwimmen. Als David Michalczyk dann mit der Schlusssirene des dritten Viertels einen weiteren Dreier im Korb des Gegners unterbrachte, waren die Hausherren endgültig zurück und die Zuschauer in der Rundsporthalle ob der großartigen Aufholjagd ihres Teams völlig aus dem Häuschen. In nicht einmal sieben Minuten hatten die BSG’ler einen 24-Punkte Rückstand auf vier Zähler reduziert und so ging es beim Stand von 62:58 in den Schlussabschnitt.

Hier brachten sich die Barockstädter zunächst selbst um den verdienten Lohn und kassierten nach schlechten Entscheidungen in der Offensive Punkte von Peter Voß und Terrell Towns, mit denen sich die Gäste wieder etwas Luft verschaffen konnten (67:58). Die Aufholjagd im dritten Viertel schien Kraft gekostet zu haben, denn während der BSG-Motor im Angriff wieder deutlich ins Stocke geriet, wurde hinten nicht mehr konsequent ausgeboxt und so kamen die City Baskets immer wieder zu zweiten Chancen, die Centerspieler Matthias Hurst zu sechs Zählern in Serie nutzen konnte. Freiwürfe von Voß und Towns komplettierten schließlich einen 8-0 Run der Gäste zum 77:62 vier Minuten vor dem Ende. Doch Ludwigsburg ließ sich auch von diesem Rückschlag nicht unterkriegen und mobilisierte noch einmal alle Kräfte. Durch neun Punkte von Michalczyk kämpfte sich die BSG bis auf 78:72 heran, doch ein erneuter Offensivrebound von Hurst brach den Barockstädtern endgültig das Genick und so musste sich die Schneider-Truppe am Ende doch noch deutlich mit 86:72 geschlagen geben.

Mit einer großartigen kämpferischen Leistung und der fulminanten Aufholjagd verdiente sich das junge BSG-Team gegen die PSK City Baskets in der zweiten Halbzeit gehörigen Respekt, doch die Mannschaft um die Topscorer Michalczyk (25) und Koch (22) muss sich die Frage gefallen lassen, warum man erst im dritten Viertel angefangen hat mit der nötigen Intensität zu Werke zu gehen. 23 Minuten lang präsentierten sich die Barockstädter weit unter ihrem Leistungsvermögen und ließen dabei vieles an Einsatzbereitschaft und Kampfgeist vermissen, ehe in der zweiten Halbzeit gezeigt wurde zu was das Team zu leisten im Stande ist. Darauf gilt es nun aufzubauen um bereits kommendes Wochenende in Mainz über vierzig Minuten Gas zu geben.

Für die BSG spielten: Michalczyk (25, 4 Rebounds, 4 Assists), Koch (22, 6 Steals), B.Bekteshi (7, 3 Assists), Maier (6), Ifuly (5, 4 Rebounds), Hadzovic (2), Feil (2), Schreiber (2, 5 Rebounds), Scherer (1), Kantschar (0, 4 Rebounds, 2 Steals), Heyden (n.e.), S.Bekteshi (n.e.)

Für die City Baskets punkteten Towns (19, 8 Rebounds), Hurst (18, 12 Rebounds), Voß (17, 6 Rebounds) und Lieser (14, 7 Rebounds, 11 Assists) zweistellig.


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