EnBW Ludwigsburg macht es erneut spannend und besiegt Giessen erst nach Verlängerung
Samstag, 20.02.2010




Wie schon gegen Paderborn vor zwei Wochen, so erlebten die Zuschauer in der Arena Ludwigsburg auch am Samstag gegen Giessen eine spannende Begegnung, die erst in der Verlängerung entschieden wurde. Am Ende behielten die Barockstädter mit 98:90 (43:39, 78:78) die Oberhand und feierten damit den dritten Erfolg in Serie. T.J. Thompson avancierte dabei zum Topscorer der gelben Riesen und lieferte bei seinem Heimdebüt vor allem in der Schlussphase eine starke Leistung ab.
Ohne den nach einem Bandscheibenvorfall für unbestimmte Zeit außer Gefecht gesetzten Ziyed Chennoufi, gingen die EnBW’ler am Samstag ins Spiel gegen den Tabellensechzehnten aus Giessen. Nachdem Punkte von Domonic Jones und Michael King für einen gelungenen Start in die Partie gesorgt hatten, konterte Giessen mit einem 7:0-Lauf, um nach drei Minuten erstmals in Führung zu gehen. Ludwigsburg offenbarte in der Anfangsphase zu viele Schwächen in der Verteidigung, was von den Gästen, um das Trio Lischka, Ovcina und Jeanty, konsequent ausgenutzt wurde. So kam es, dass die Barockstädter das gesamte erste Viertel über, einem Rückstand hinterherlaufen mussten und es schließlich beim Stand von 23:19 für die 46ers ins zweite Viertel ging.
Hier bauten die Hessen ihren Vorsprung zunächst weiter aus, ehe Rashaun Freeman die EnBW’ler zurück ins Spiel brachte, um zusammen mit Richard Chaney einen 11:2-Zwischenspurt zu starten, den Michael King per Dreier zum 30:29 nach drei Minuten komplettierte. Da die Defensive der Hausherren nun immer besser funktionierte, konnte Neuzugang T.J Thompson den EnBW-Vorsprung von der Freiwurflinie weiter ausbauen, ehe Kevin Johnson mit vier Zählern in Serie für einen erneuten Führungswechsel sorgte. In diesem Stil ging es weiter. Lollis, McCray und Thompson von der Dreierlinie, Ovcina per Dunking, Jeanty aus der Mitteldistanz - die 3.200 Zuschauer in der Arena Ludwigsburg sahen nun einen offenen Schlagabtausch, bei dem sich die Gastgeber bis zur Halbzeitpause auf 43:39 abgesetzt hatten.
Zu Beginn des zweiten Durchgangs hatten zunächst beide Teams Probleme, ihren Rhythmus in der Offensive zu finden, ehe Richard Chaney nach zwei Minuten von der Dreierlinie die ersten Punkte erzielte. Michael Haynes legte wenig später zum 48:39 nach und zwang Gästecoach Vladimir Bogojevic zu seiner ersten Auszeit. Doch auch nachdem Elvir Ovcina die Durststrecke der Gäste beendet hatte, blieben weiterhin die Ludwigsburger am Drücker und so komplettierten Haynes, McCray und Thompson in zum Teil spektakulärer Art und Weise einen 12:2-Lauf, um die Hausherren Mitte des dritten Abschnitts mit 55:41 in Führung zu bringen. Anschließend standen sich die Barockstädter jedoch selbst im Weg und brachten die 46ers durch eigene Fehler wieder ins Spiel. Eine schlechte Wurfauswahl, unnötige Ballverluste und Nachlässigkeiten in der Verteidigung, ließen die Hessen durch Punkte von Stevan Tapuskovic und Joe Werner schnell verkürzen, sodass es nach einem erfolgreichen Dreier von Osvaldo Jeanty beim Stand von 60:57 in den Schlussabschnitt ging.
Ludwigsburg hatte völlig den Faden verloren und hielt sich zu Beginn des letzten Viertels nur durch eine gute Leistung in der Verteidigung, knapp in Führung. Nach dem vierten Foul von Michael King sorgte dann Elvir Ovcina von der Dreierlinie für den Ausgleich (66:66), ehe die Barockstädter angeführt von T.J. Thompson offensiv so langsam wieder ins Rollen kamen. Die EnBW’ler verpassten es jedoch, sich jetzt etwas Luft zu verschaffen und so brachte Ovcina Giessen, vier Minuten vor Schluss, erstmals seit dem zweiten Viertel in Front (73:72). In der zerfahrenen Schlussphase behielten Lollis und Visser einen kühlen Kopf und erkämpften den Hausherren neunzig Sekunden vor dem Ende eine 78:75 Führung. Doch auch dieses Mal war es Routinier Ovcina, der für Giessen die passende Antwort parat hatte, um mit seinem zweiten erfolgreichen Dreier für den erneuten Ausgleich zu sorgen. In den letzten 35 Sekunden war dann noch einmal einiges geboten, letztlich ließen aber beide Teams ihre Chancen ungenutzt, sodass es beim Stand von 78:78 in die Verlängerung ging.
Hier gab T.J. Thompson mit sieben schnellen Punkten das Tempo vor, während Kyle Visser und Domonic Jones in Korbnähe erfolgreich waren, um Ludwigsburg zwischenzeitlich mit 91:83 in Führung zu bringen. Giessen gab sich jedoch keineswegs auf und gewann durch fünf Zähler von Osvaldo Jeanty wieder Anschluss (94:90), ehe Quadre Lollis von der Freiwurflinie für die Vorentscheidung sorgte. So konnte sich die EnBW am Ende über einen 98:90 Sieg über die Gäste aus Mittelhessen freuen, um sich mit dem dritten Erfolg in Serie, wieder bessere Chancen im Kampf um die Playoffs auszurechnen.
Einen Bericht zum Spiel gibt es auch auf Regio-TV, hier im Internet.
Flügelspieler Ziyed Chennoufi fällt aufgrund eines Bandscheibenvorfalls mehrere Wochen aus
In der vergangenen Woche, beim Mittwochstraining, verletzte sich der Ludwigsburger Flügelspieler Ziyed Chennoufi ohne jegliche Fremdeinwirkung. Am darauffolgenden Donnerstag war er bei der Kernspinntomografie in der Sportklinik Stuttgart und daraufhin stellten die Mannschaftsärzte Dr. Christoph Lukas und Dr. Frieder Mauch die Diagnose, Bandscheibenvorfall. Damit fehlt Chennoufi dem Öngören-Team mindestens 4-6 Wochen. Ausgerechnet in der jetzigen Phase, wo es der 22-Jährige durch gute Leistungen in die Starting Five geschafft hatte. Ab sofort steht für Chennoufi ein intensives Training im Reha-Zentrum Hess in Bietigheim an, unter der Leitung von den Physiotherapeuten Matti Pröfrock und Philipp Wildermuth.
Wir wünschen Ziyed gute Besserung und hoffen, dass er schnell aufs Parkett zurückkehren kann.
Stimmen zum Spiel:
EnBW-Coach Tolga Öngören:
"Gratulation an Vladimir Bogojevic und seine Mannschaft zu dem heutigen Auftritt. Gießen hat ohne zwei Leistungsträger Charakter bewiesen. Wir haben derweil defensiv zu viele Fehler gemacht und müssen uns hier in den nächsten Spielen unbedingt steigern. Ich denke am Ende waren wir einfach die frischere Mannschaft und haben uns somit den Sieg in der Verlängerung verdient".
46ers-Coach Vladimir Bogojevic:
"Ich bin sehr enttäuscht über diese Niederlage, denn wir sind für unsere harte Arbeit nicht belohnt worden. Ich denke, wir haben am Ende einige schlechte Entscheidungen getroffen und in der Verlängerung letztlich einfach keine Kraft mehr gehabt".
Die Viertel im Überblick: 19:23, 24:16, 17:18, 18:21, 20:12
Zuschauer: 3.200
Scorer EnBW Ludwigsburg: Thompson (25 Punkte), Visser (14), Jones (13), King (9), Chaney (9), Lollis (9), McCray (8), Freeman (6), Haynes (5), Hadzovic (n.e.), Heyden (n.e.), Sanders (n.e.)
Scorer LTi Giessen 46ers: Jeanty (27 Punkte), Ovcina (24), Werner (16), Tapuskovic (12), Lischka (6), Johnson (4), Jacovic (1), Weber (0), Freese (0), Theilig (n.e.)
Scouting zum Spiel
Fotogalerie
by Gunnar Rübenach

