EnBW Ludwigsburg gewinnt auch das 4. Derby der Saison – 84:76 Auswärtssieg in Ulm

Samstag, 13.03.2010

Foto: Tobias Pfau

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Ganze vier Jahre lang haben die Ludwigsburger Fans auf den ersten Derby-Sieg ihrer Mannschaft in Ulm warten müssen (seit Ulms Wiederaufstieg 2005), am Samstagabend war es dann endlich soweit! Die Barockstädter holten in einem bis zum Schluss spannenden Spiel ihren fünften Sieg aus den letzten sechs Spielen. Richard Chaney wuchs in der zweiten Halbzeit über sich hinaus, erzielte 19 Punkte, pflückte 5 Rebounds, blockte in der Schlussphase Lee Humphreys Dreier und ebnete damit die Straße zum 84:76-Sieg. Zwölf Mal stand es Unentschieden in der ausverkauften Kuhberghalle, zwölf Mal wechselte die Führung. In der zweiten Halbzeit konnte die Öngören-Truppe vor allem in der Verteidigung eine Schippe drauflegen und hielt Ulm bei 33 Punkten. Trotz Unterlegenheit im Rebound (43:36 für Ulm) konnte Ludwigsburg, dank einer hervorragenden Trefferquote von der Dreipunktelinie (11/27 – 41%), das Spiel am Ende verdient zu seinen Gunsten entscheiden.

Beide Trainer konnten aus dem Vollen schöpfen und begannen das Spiel mit ihrer gewohnten Startformation. Bereits im ersten Viertel sollte sich andeuten, dass es heute eine knappe Angelegenheit auf dem Kuhberg werden sollte. Ulm setzte sich kurz bis auf vier Punkte ab (11:7), doch T.J. Thompson konterte trocken mit einem Dreier zum 11:10. Als dann EnBW-Energizer David McCray das Feld betrat, ging es gleich rund. Einem Dreier zum 17:17, folgte ein weiterer Dreier zum 20:24, sowie zwei Freiwürfe zum 24:26 nach dem ersten Viertel.

Das zweite Viertel war das Viertel der „Runs“, wie man im Basketball gerne sagt. Zunächst waren die „Ulmer“ an der Reihe und das Team von Mike Taylor holte sich mit einem 6:0-Lauf die 30:28-Führung. Dann zündete der EnBW-Express einen 8:0-Lauf zum 30:36, bevor Ulm wiederum mit 6:0 auf 36:36 ausgleichen konnte. Als Nationalspier Robin Benzing vor den Augen vor Ex-Bundestrainer Svetislav Pesic, der das Spiel beobachtete, seinen ersten Dreier traf, lagen die Donaustädter wieder mit vier Punkten in Front (42:38). Mit 43:40 ging es in die Halbzeit. Nach dem Geschmack von Tolga Öngören waren das zu viele Ulmer Punkte und er forderte von seinen Mannen eine höhere Intensität in der Verteidigung.

Das dritte Viertel begann mit einem Korb von Richard Chaney, den Ulms Lee Humphrey mit einem seiner gefürchteten Dreier beantwortete (46:42). Doch EnBW-Routinier Quadre Lollis behielt kühlen Kopf und netzte im Gegenangriff ebenfalls einen Dreier ein. Zwei Angriffe später ließ Michael King, nach schönem Zusammenspiel mit T.J. Thompson, einen weiteren Dreier folgen – 46:48 Auszeit Ulm! Über 48:48, 50:50, 55:55 und 57:57 näherte sich das Spiel der entscheidenden Phase. Richard Chaney sollte die Initialzündung zu einem beeindruckenden Schlussspurt seines Teams geben. Seinem Dreier zum 57:60 folgte ein Korbleger von Domonic Jones zum 57:62-Endstand nach drei Vierteln.

Richard Chaney, der bis dahin bereits ein starkes Spiel machte, schien nun regelrecht heiß gelaufen zu sein. Einem Korb zum 59:66, folgte ein Dreier zum 62:69. Doch damit nicht genug, ein weiterer Chaney-Dreier flutschte durch die Ulmer Reuse und das Spiel stand 66:74. Quadre Lollis spielte seine ganze Erfahrung gegen den jungen Robin Benzing aus und ließ die EnBW-Führung erstmals auf 10 Punkte anwachsen (68:78). Das Spiel schien zwei Minuten vor dem Ende entschieden, doch Ulm sollte noch einmal zurückkommen. Nach einigen Nachlässigkeiten im Spielaufbau der Ludwigsburger, verkürzten die Ulmer auf 74:78 – Auszeit Ludwigsburg! Wer anders als Richard Chaney, der von T.J. Thompson klasse bedient wurde, erzielte zur Erleichterung der mitgereisten Ludwigsburger Fans das 74:80. Im Gegenangriff versuchte Lee Humphrey einen weiteren Dreier, doch Richard Chaney war auch auf dieser Seite des Feldes hellwach und blockte den Wurf sauber! Michael Haynes war es vorbehalten, mit zwei Freiwürfen das Spiel kalt zu stellen (74:82) und er besorgte auch den Endstand von 76:84. Noch lange nach dem Spiel skandierten die Fans am Mannschaftsbus: „Die Nr.1 im Land sind wir!“ – vier Derby-Siege in der aktuellen Spielzeit scheinen wie Balsam auf die Ludwigsburger Fan-Seele zu wirken.

Die Gelben Riesen haben sich mit jüngst fünf Siegen aus den vergangenen sechs Spielen wieder im Kampf um Platz Acht zurückgemeldet. Bereits am kommenden Samstag empfangen die EnBW’ler mit den Telekom Baskets Bonn (19:30 Uhr, Arena Ludwigsburg) den Finalteilnehmer der vergangenen zwei Spielzeiten. Tickets gibt es, wie immer, an allen bekannten Vorverkaufsstellen und im Online Ticket Shop.

Stimmen zum Spiel:

EnBW-Coach Tolga Öngören:
"Wir wussten um die Offensivstärke der Ulmer. Darauf hatten wir unseren Gameplan ausgerichtet. In der ersten Halbzeit ist uns das noch nicht so gut gelungen, in der zweiten dagegen umso besser. Ich denke, unsere Verteidigung war der Schlüssel für den Erfolg. Und natürlich Richard Chaney, der offensiv heute wohl sein bestes Spiel der Saison gemacht hat".

ratiopharm-Coach Mike Taylor:
"Wir haben heute nicht mit der Einstellung gespielt, um dieses Spiel zu gewinnen. Es war eine perfekte Derby-Atmosphäre – eine ausverkaufte Kuhberghalle – nur wir waren leider nicht fokusiert genug. Wir haben den Ball nicht gut bewegt und das 1-gegen-1-Spiel zu sehr forciert.


Die Viertel im Überblick: 24:26, 19:14, 14:22, 19:22


Zuschauer: 3.000 (ausverkauft)


Scorer EnBW Ludwigsburg:

Chaney (25 Punkte), King (13), McCray (10), Lollis (9), Jones (7), Haynes (7), Thompson (5), Freeman (4), Visser (4), Konietzke (n.e.), Heyden (n.e.), Sanders (n.e.)

Scorer ratiopharm Ulm:

Trice (19 Punkte), Martin (12), Humphrey (10), Günther (9), Collins (6), Bryant (6), Burns (6), Benzing (5), Rowland (3), Vojkovic (n.e.), Jukic (n.e.), Wenzl (n.e.)


Scouting zum Spiel


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