EnBW Ludwigsburg begeistert seine Fans und landet einen deutlichen Sieg gegen den Vizemeister aus Bonn
Samstag, 20.03.2010





Dank der vielleicht besten Saisonleistung, besiegte die EnBW Ludwigsburg am Samstagabend die Telekom Baskets Bonn deutlich mit 86:72 (36:26) und sorgte dabei mit phasenweise spektakulärem Basketball für große Begeisterung bei seinen Fans. Vor 2.900 Zuschauern boten die Barockstädter dem Vizemeister von Anfang an Paroli und lagen fast die gesamte Spielzeit über in Führung, ehe ein 20:1-Zwischenspurt im letzten Viertel für die Entscheidung sorgte. Durch den mittlerweile sechsten Erfolg im siebten Spiel, bleiben die Ludwigsburger weiterhin im Rennen um die begehrten Playoff-Plätze und zeigten sich am Samstag erneut bestens gerüstet für den Endspurt in der Beko BBL.
Nach einer von beiden Teams nervös geführten Anfangsphase, in der lediglich defensiv Glanzpunkte gesetzt wurden, sorgte Nationalspieler Tim Ohlbrecht per Dunking für die ersten Punkte der Partie. Auf Ludwigsburger Seite dauerte es währenddessen ganze drei Minuten, bis Michael King das erste Erfolgserlebnis herbeiführen konnte, ehe Kyle Visser den Bonnern unter den Brettern Probleme bereitete und Ohlbrecht bereits nach knapp sechs Minuten sein drittes persönliches Foul kassierte. Da Ludwigsburg gegen die gute Verteidigung der Gäste jedoch noch nach seinem Angriffsrhythmus suchte und durch viele Ballverluste kein rechter Spielfluss aufkommen wollte, ging Bonn letztlich mit einer 18:14 Führung aus dem ersten Abschnitt.
Mit viel Energie kamen die Hausherren anschließend aus der Viertelpause. Rashaun Freeman machte den Anfang zu einem 10:0-Lauf, den Michael Haynes mit zwei erfolgreichen Dreiern und acht Zählern in Serie zur 24:18 Führung nach drei Minuten komplettierte. Haynes trieb den Geräuschpegel in der Arena damit gewaltig in die Höhe, ehe John Bowler per Dreipunktspiel kontern konnte. Nachdem Bonn zwischenzeitlich für den Ausgleich (24:24) gesorgt hatte und auch Patrick Flomo mit seinem dritten Foul auf die Bank musste, startete Ludwigsburg in der Schlussphase der ersten Halbzeit einen erneuten 12:2-Zwischenspurt, um sich bis zur Pause auf 36:26 abzusetzen. Vor allem in der Defense lieferten die Öngören-Schützlinge im zweiten Viertel eine starke Leistung ab und kassierten lediglich acht Zähler, während der ehemalige NBA-Spieler Ronald Dupree überhaupt nicht zur Geltung kam und in den ersten zwanzig Minuten nur einen seiner sieben Wurfversuche erfolgreich abschließen konnte.
Zu Beginn des zweiten Durchgangs schien Dupree dann mit Wut im Bauch aufs Spielfeld zurück zu kehren und machte dieser mit einem spektakulären Dunking Luft, ehe vier weitere Punkte des 29-Jährigen die Bonner bereits nach zwei Minuten wieder auf vier Zähler heranbrachten. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch zwischen den zwei Teams, die nun beide mächtig aufs Tempo drückten und den 2.900 Zuschauern ein echtes Spektakel boten. Ludwigsburg konnte sich dabei weiterhin auf seine gute Trefferquote aus der Distanz verlassen und so hielten erfolgreiche Dreier von T.J. Thompson und Richard Chaney die Gäste auf Abstand, während Chaney mit einer Flugeinlage für ein weiteres Highlight sorgte. Doch die Bonner hielten dagegen und die Intensität der Partie nahm von Minute zu Minute zu, was die Arena in einen echten Hexenkessel verwandelte. In dieser aufgeheizten Stimmung setzten sich die Barockstädter zwischenzeitlich auf neun Punkte ab (55:46), ehe die Gäste mit einem 6:0-Run, zum Ende des dritten Viertels, wieder auf 61:58 verkürzen konnten.
Im Schlussabschnitt baute Dupree den Zwischenspurt weiter aus, um sein Team auf einen Punkt heranzubringen, was jedoch folgte, waren die vielleicht besten fünf Minuten der diesjährigen Saison. David McCray, der unter der Woche aufgrund einer hartnäckigen Erkältung und hohem Fieber kaum trainieren konnte, spielte sich dabei erneut in den Vordergrund. Der 23-Jährige war zunächst von der Dreierlinie erfolgreich, bediente Kyle Visser wenig später mustergültig unter dem Korb, legte einen weiteren Distanztreffer nach und netzte nach einem Ballgewinn schlussendlich zweimal von der Freiwurflinie ein, ehe Öngören ihn völlig entkräftet und unter großem Applaus der Zuschauer aus dem Spiel holte. Die Show der Ludwigsburger war jedoch noch nicht vorbei und so komplettierten Quadre Lollis per Dreier und Richard Chaney mit einem weiteren Dunking einen 20:1(!)-Zwischenspurt des EnBW-Teams, der die Arena endgültig in ein Tollhaus verwandelte. Knapp vier Minuten vor dem Ende, war beim Stand von 81:61 bereits die Vorentscheidung gefallen, sodass die Schlussphase von andauernden „Sieg“-Rufen der Ludwigsburger Fans begleitet wurde und auf den Rängen echte Partystimmung aufkam. Am Ende feierten die Barockstädter einen hochverdienten 86:72 Sieg über den Vizemeister aus Bonn, durch den man im Kampf um den Einzug in die Playoffs, weiterhin alles in eigener Hand hat.
Stimmen zum Spiel:
EnBW-Coach Tolga Öngören:
„Wir haben gegen eine der besten Mannschaften der Liga ein sehr gutes Spiel gemacht. Vor allem in der Defense haben meine Spieler einen guten Job gemacht. Ein besonderes Lob geht an David McCray, der trotz Krankheit ein großartiges Spiel abgeliefert hat. Spielentscheidend waren für mich jedoch die 21 Assists, die wir als Mannschaft gespielt haben“.
Baskets-Coach Michael Koch:
„Glückwunsch an Ludwigsburg zum verdienten Sieg. Man kann in der BBL auswärts nur ein Spiel gewinnen, wenn man offensiv, wie defensiv die gesamte Spielzeit über, kontinuierlich Leistung bringt. Das haben wir heute leider nicht geschafft. Ludwigsburg dagegen, war sehr gut eingespielt und hat mit Herz gespielt“.
Die Viertel im Überblick: 14:18, 22:8, 25:32, 25:14
Zuschauer: 2.900
Scorer EnBW Ludwigsburg:
Haynes (16 Punkte), Lollis (16), Visser (15), Chaney (12), McCray (8), King (7), Thompson (5), Freeman (4), Jones (3), Sanders (0), Konietzke (n.e.), Heyden (n.e.)
Scorer Telekom Baskets Bonn:
Ensminger (19 Punkte), Dupree (16), Ohlbrecht (12), Taylor (10), King (5), Bowler (4), Jordan (4), Flomo (2), Strasser (0), Kolodziejski (0)
Scouting zum Spiel
Fotogalerie
by Gunnar Rübenach