EnBW Ludwigsburg geht in Weißenfels unter und vergibt große Chance
Sonntag, 28.03.2010




Durch die Niederlagen der direkten Konkurrenten aus Quakenbrück und Braunschweig, hätte die EnBW Ludwigsburg am Sonntag mit einem Sieg in Weißenfels einen großen Schritt in Richtung Playoffs machen können. Doch daraus wurde nichts. Aufgrund eines katastrophalen zweiten Viertels, in dem die Barockstädter gerade einmal vier Punkte erzielen konnten, setzte es beim Mitteldeutschen Basketball Club eine deutliche 59:82 (21:44) Niederlage, sodass die Wölfe letztlich als der große Gewinner des 29. Spieltags hervorgingen.
Nachdem die Artland Dragons am Samstag eine knappe Niederlage gegen Berlin hinnehmen mussten und Braunschweig in Bonn vor einer schweren Aufgabe stand, konnten die Bundesliga-Basketballer der EnBW Ludwigsburg am Sonntag beim dritten direkten Konkurrenten aus Weißenfels einen echten Big Point im Kampf um den letzten Playoff-Platz landen. Dementsprechend motiviert gingen die Gelben Riesen in die Partie gegen den Mitteldeutschen BC, der seinerseits unbedingt gewinnen musste, um sich weiterhin Chancen auf den achten Rang ausrechnen zu können. Durch einen Dreier von Routinier Quadre Lollis, sowie sechs Zähler von Kyle Visser, erwischten die Barockstädter auch einen guten Start und lagen nach sechs Minuten mit 13:11 in Front, ehe Nikita Kartchenkov kurz darauf für die erste Führung der Hausherren sorgte und Radenko Pilcevic und Velimir Radinovic den Vorsprung bis zum Ende des ersten Abschnitts auf 22:17 ausbauen konnten.
War bei den Ludwigsburger Aufbau- und Flügelspielern schon in den ersten zehn Minuten nur wenig zusammengelaufen, so war das EnBW-Team im zweiten Viertel kollektiv von der Rolle und kam überhaupt nicht mit der immer aggressiver werdenden Verteidigung der Hausherren zurecht. Durch einen Ballverlust nach dem anderen, zur Halbzeit waren es bereits deren dreizehn, verloren die Gäste in der Offensive komplett ihren Rhythmus und blieben geschlagene sechs Minuten ohne Erfolgserlebnis, während der MBC die Fehler der Öngören-Truppe eiskalt bestrafte und Punkt um Punkt davonziehen konnte. Erst nach zwanzig Zählern in Serie, stoppte Kyle Visser den Lauf der Hausherren mit zwei Treffern von der Freiwurflinie, ehe Quadre Lollis wenig später den 44:21 Halbzeitstand herstellte. Gerade einmal vier Zähler gelangen den Barockstädtern im zweiten Abschnitt, während kein einziger Feldkorb erzielt werden konnte. So stand zur Halbzeit eine unterirdische Wurfquote von knapp 23% zu Buche, während sich mit den Big Men Visser (10) und Lollis (7), sowie Shooting Guard Michael King (4) bis dahin nur drei Spieler in die Scorerliste eingetragen hatten.
Nach der Pause keimte nach einem 8:0-Zwischenspurt noch einmal etwas Hoffnung auf, doch die Wölfe kontrollierten weiterhin das Spielgeschehen und hielten die EnBW’ler souverän auf Abstand. Ludwigsburg fand, ähnlich wie bereits im Hinspiel, einfach nicht zu seinem Spiel und sah sich vor dem Schlussviertel schließlich mit 38:62 im Hintertreffen. Hier wuchs der Rückstand zwischenzeitlich auf 30 Punkte an, ehe am Ende eine bittere 59:82 Niederlage zu Buche stand. Mit insgesamt 19 Ballverlusten und einer Feldwurfquote von 38%, hatte man den Hausherren letztlich nichts entgegenzusetzen.
Stimmen zum Spiel:
EnBW-Coach Tolga Öngören:
„Wir hatten große Schwierigkeiten, den MBC am Perimeter zu verteidigen. Wir haben keinen Rhythmus gefunden und defensiv die Penetrations nicht gestoppt. Wir können einfach nicht gewinnen, wenn wir selbst nur 60 Punkte machen. Wir haben eine schlechte Wurfauswahl getroffen und defensiv den MBC nicht halten können“.
MBC-Coach Björn Harmsen:
„Ich bin mit unserem Spiel über 37 Minuten zufrieden. Wir haben in der Woche gut trainiert und diese Dinge im Spiel gut umgesetzt. Ludwigsburg hat zuletzt sehr gut gespielt. Wir haben sie in der Verteidigung aus der Struktur gebracht, auch die Einzelspieler haben wir gut gestoppt. Wir haben aggressiv verteidigt und offensiv keine egoistischen Würfe genommen. Die Spieler haben den Kampf um die Play-Offs gut angenommen“.
Die Viertel im Überblick: 22:17, 22:4, 18:17, 20:21
Zuschauer: 2.350
Scorer EnBW Ludwigsburg:
Lollis (16 Punkte), King (12), Visser (12), Jones (5), Thompson (4), Chaney (4), Freeman (3), Haynes (2), McCray (1), Maier (n.e.), Heyden (n.e.), Sanders (n.e.)
Scorer Mitteldeutscher Basketball Club:
Radinovic (14 Punkte), Gamqrelidze (10), Pilcevic (10), Grünheid (10), Bernard (9), Dagunduro (7), Kashirov (7), Kartchenkov (7), Elliott (6), Leutloff (2), Gilbert (n.e.), Schmitz (n.e.)
Scouting zum Spiel