EnBW: Gut gespielt und doch verloren

Dienstag, 06.04.2010

Foto: Gunnar Rübenach

Copyright: BBA & Ihre Partner

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Auch die Barockstädter müssen sich in der LOKHALLE geschlagen geben. Die EnBW Ludwigsburg verliert gegen die BG Göttingen mit 76:81 (47:44).

Die Ludwigsburger Basketballer unterlagen in einem Nachholspiel des 19.Spieltages am Dienstagabend in Göttingen mit 76:81. Vor 2.546 Zuschauern, darunter 8 tapfere Fans aus der Barockstadt, boten die Schützlinge von Trainer Tolga Öngören über weite Strecken eine starke Leistung. In der Schlussphase fehlten den gelben Riesen allerdings die entscheidenden Aktionen, um den Niedersachsen die erste Heimniederlage der Saison beibringen zu können. Die Schwaben hatten bei den Rebounds (32:39) und bei den Ballverlusten (11:17) die jeweils schlechtere Bilanz vorzuweisen, so dass Göttingen sich insgesamt 18 Wurfversuche mehr erarbeitete. Vor allem Taylor Rochestie (23 Punkte), Chris Oliver (15) und John Little (14) wussten daraus Kapital zu schlagen und stellten die EnBW-Verteidigung immer wieder vor Probleme.

Beide Trainer hatten vor dem Spiel ihre Sorgen. John Patrick musste ohne den Langzeitverletzten Dwayne Andersen (Meniskus), Ben Jacobson (Bandscheibenvorfall), und Chester Frazier (Handbruch), sowie einem angeschlagenen Jason Boone (Fingerbruch) auskommen. Boone kam dennoch zum Einsatz und sammelte 6 Rebounds für seine Veilchen. Tolga Öngören musste das Spiel ohne seinen etatmäßigen Center Kyle Visser beginnen, für ihn stand Phillipp Heyden in der Startformation. Den ersten Korb für Ludwigsburg erzielte Richard Chaney (2:2), der noch vor drei Tagen im Heimspiel gegen Bamberg ganz ohne Korberfolg blieb. Kurze Zeit darauf traf wieder Chaney und die gelben Riesen führten 12:10. Rashaun Freeman und Domonic Jones hatten zum Ende des ersten Viertels starke Aktionen und Ludwigsburg führte nach den ersten zehn Minuten mit 21:16.

Der Beginn des zweiten Viertels war geprägt von Dreipunktewürfen. Zunächst Michael Haynes (24:20), dann David McCray (27:22) und dann wieder Michael Haynes (32:28) von jenseits der 6,25-m-Linie sorgten dafür, dass die Barockstädter weiter die Führung behielten. Doch ein kleiner mentaler Aussetzer bei Ludwigsburg führte zu Körben von Oliver und Rochestie zum 33:32 – Auszeit EnBW! Ein Dreier von Kulawick ließ die Führung der Veilchen auf 38:34 anwachsen, doch die Schwaben fingen sich schnell wieder und konterten mit einem 8:0-Lauf zum 47:42, ehe Chris Oliver den Halbzeitstand von 47:44 zu Gunsten der Ludwigsburger besorgte.

Michael King eröffnete die zweite Halbzeit mit zwei Freiwürfen zum 49:44. EnBW-Oldie Quadre Lollis erzielte kurz darauf seine ersten Punkte der Partie (51:46) und EnBW-Youngster Phillipp Heyden legte zum 53:46 nach. Im Anschluss zeigten die Göttinger, warum es in dieser Saison noch keinem ihrer Gegner gelang, die Punkte aus der LOKHALLE zu entführen. Ein blitzsauberer 9:0-Lauf stellte die Veilchen-Führung wieder her (55:53). Doch die gelben Riesen traten weiterhin als Mannschaft auf und ließen sich bis zum Ende des dritten Viertels nicht abschütteln (60:63).

Beim Stande von 66:60 in der Anfangsphase des letzten Viertels, waren es David McCray und Michael Haynes, die ihr Team wieder bis auf einen Punkt heranbrachten (65:66). Der Göttinger Michael Meeks traf darauf einen großen Dreier zum 71:65, ehe John Little für die größte Göttinger Führung der Partie sorgte (73:65). Tolga Öngören nahm eine Auszeit, um sein Team wieder in die Spur zu bringen und das gelang. Ludwigsburg legte einen 9:2-Lauf aufs Parkett und 2:22 Minuten vor dem Ende, stand es 74:75 aus Sicht der Barockstädter. Alles schien möglich und in der LOKHALLE hielt es längst niemanden mehr auf den Sitzen. Die Schlussphase lief dann ganz nach dem Geschmack des Göttinger Publikums. 1:30 Minuten vor Ende, brachte John Little die Veilchen mit 77:74 in Führung, T.J. Thompson und Michael Haynes vergaben ihre Würfe auf Ludwigsburger Seite und Taylor Rochestie besorgte an der Freiwurflinie, 15 Sekunden vor dem Ende, die Vorentscheidung (79:74). Ein Ballverlust von David McCray und zwei weitere Freiwürfe von Taylor Rochestie zum 81:74 bedeuteten die Entscheidung des Spiels. Michael Haynes legte wenige Sekunden vor dem Ende noch zum 76:81 Endstand ein.

Nach einer sehr starken Phase (7 Siege aus 8 Spielen) verlor die EnBW Ludwigsburg jüngst drei Spiele in Serie und ist dabei im Kampf um Platz Acht ins Hintertreffen geraten. Nur wenn die anstehenden Spiele zu Hause gegen Düsseldorf (14.04.2010, 19:30 Uhr, Arena Ludwigsburg) und in Hagen (17.04.2010) gewonnen werden können, besteht eventuell noch eine Chance auf das Erreichen der Playoffs.

Tickets für das Heimspiel am Mittwoch, den 14.04.2010, gibt es im Online Ticket Shop, in der Geschäftsstelle der EnBW Ludwigsburg (Pflugfelder Str. 22, 71636 Ludwigsburg), unter der Ticket-Hotline 01805 - 99 11 18, oder bei allen bekannten Eventim Vorverkaufsstellen.

Stimmen zum Spiel:

EnBW-Coach Tolga Öngören:
"Meinen Glückwunsch an John Patrick und an Göttingen. Das war ein gutes Basketballspiel. Wir wussten, dass es hier in der LOKHALLE schwer werden würde. Das ist kein leichter Ort zum spielen. Um hier zu gewinnen, muss man vor allem die Zahl der Turnover reduzieren. Beide Mannschaften haben sich einen offenen Schlagabtausch geliefert. Wir haben unseren Gameplan lange Zeit gut befolgt. In der Defense hatten wir Probleme, Taylor Rochestie und Chris Oliver zu stoppen. Zudem hatten wir Probleme gegen die Schnelligkeit von John Little, sowohl im Fastbreak, als auch im Set-Play. Offensiv haben wir in den letzten drei Minuten keine guten Entscheidungen getroffen. Wenn wir hier bessere Entscheidungen fällen, dann haben wir eine sehr gute Siegchance. Aber noch einmal meine Anerkennung und meine Gratulation an Göttingen".

BG-Coach John Patrick:

"Das war eine Partie, in der beide Teams alles gegeben haben. Es war ein echtes 'Do or Die'-Spiel. Wie schon im ersten Spiel gegeneinander, war es ein tolles Basketballspiel für die Zuschauer. Ludwigsburg hat mit sehr viel Energie gespielt. Wir haben nicht so gut getroffen heute, aber ich bin zufrieden, dass wir in der zweiten Halbzeit keine Offensivrebounds mehr abgegeben haben. In der ersten Hälfte hatten wir hier noch einige Probleme. Besonders stolz bin ich auf Jason Boone. Er hat trotz gebrochenen Fingers gespielt. Ich bin stolz ein Team zu coachen, das soviel Herz hat wie dieses Team. Wir sind jetzt für die Playoffs qualifiziert, aber die Saison bringt noch viele aufregende Momente mit sich. Jetzt bereiten wir uns auf das Spiel am Samstag gegen Bamberg vor".

Die Viertel im Überblick: 16:21, 28:26, 19:13, 18:16

Zuschauer:
2.546

Scorer EnBW Ludwigsburg:
Haynes (18 Punkte), King (11), Thompson (9), Freeman (8), McCray (7), Chaney (7), Jones (6), Heyden (5), Lollis (5), Hadzovic (n.e.), Sanders (n.e.), Visser (n.e.)

Scorer BG Göttingen:
Rochestie (23 Punkte), Oliver (15), Little (14), McNaughton (9), Jordan (8), Kulawick (6), Meeks (6), Welzel (0), Boone (0), Adamczak (0), Jacobson (n.e.), Schiecke (n.e.)

Scouting zum Spiel


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