Knights begeistern ihr Publikum… und verlieren in letzter Sekunde
Dienstag, 12.10.2010
10.10.2010 | Am Samstagabend wurden die Zuschauer in der Sporthalle Stadtmitte Zeugen eines ProA-Spitzenspiels, das seinem Namen voll und ganz gerecht wurde. Das Duell der Kirchheim Knights gegen die s.Oliver Baskets Würzburg war an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten und wurde erst nach Verlängerung durch einen Dreier in letzter Sekunde entschieden. 84:85 (69:69, 37:41) mussten sich die Knights am Ende geschlagen geben, doch die Kirchheimer Fans feierten ihre Mannschaft nach einer großartigen Leistung wie einen Sieger und auch Headcoach Frenkie Ignjatovic zeigte sich trotz der knappen Niederlage zufrieden mit seinem „Geburtstagsspiel“. Kapitän Radi Tomasevic lieferte derweil eine wahre Galavorstellung ab und war mit 36 Punkten Topscorer der Partie.
Nachdem die gesamte Sporthalle Stadtmitte dem Kirchheimer Headcoach Frenkie Ignjatovic mit einem Ständchen zu seinem 44. Geburtstag gratuliert hatte, starteten die Knights durch vier Punkte eines bestens aufgelegten Radi Tomasevic gut in die Partie und zwangen Gästetrainer Marcel Schröder bereits nach zwei Minuten zu seiner ersten Auszeit. Erst ein Goaltending-Pfiff der Schiedsrichter bescherte den Würzburgern, die sich über lautstarke Unterstützung ihrer zahlreich mitgereisten Anhänger freuen durften, die ersten Punkte. Dabei sollte es dann aber auch erst einmal bleiben, taten sich die Unterfranken doch ungemein schwer gegen die variable Verteidigung der Hausherren, sodass Ryan De Michael nach fünf Minuten ein perfektes Zuspiel von Cedric Brooks zum 8:2 Zwischenstand vollendete. Nils Menck legte von der Dreierlinie nach, ehe der Rhythmus etwas verloren ging und Würzburg besser ins Spiel fand. Der ehemalige BBL-Spieler Jonathan Levy komplettierte schließlich mit einem spektakulären Tip-Dunking einen 7-0 Lauf der Gäste und sorgte wenig später für die erste Würzburger Führung (13:12). In einer Auszeit brachte Ignjatovic seine Mannschaft jedoch wieder auf Kurs und dank eines überragenden Tomasevic gingen die Ritter mit einem 23:17 Vorsprung aus dem ersten Viertel. Der Kapitän sorgte mit zwei Dreiern und einem Dreipunktspiel fast im Alleingang für den Zwischenspurt zum Ende des Abschnitts und hatte nach den ersten zehn Minuten bereits 13 Zähler auf seinem Konto verbuchen können.
Zu Beginn des zweiten Viertels hielt Benjamin Lischka die Gäste mit einem Distanztreffer zunächst auf Abstand, als die Führungsspieler Tomasevic, Brooks, De Michael und Scott jedoch allesamt auf der Bank Platz nahmen, legte Würzburg einen 9-1 Zwischenspurt hin um nach sechs Minuten mit 35:31 in Front zu gehen. Die Knights hatten durch Punkte von Menck und Brooks die passende Antwort parat und so entwickelte sich die Partie spätestens jetzt zu einem echten Spitzenspiel. Sowohl die Akteure auf dem Parkett als auch die beiden Fangruppen zeigten vollen Einsatz und sorgten für tolle Stimmung in der Sporthalle Stadtmitte. Aus dieser ungemein intensiv geführten ersten Halbzeit gingen die Gäste schlussendlich mit 41:37 knapp als Sieger in die Kabine.
Mit viel Schwung gingen die Knights anschließend in den zweiten Durchgang und erwischten mit einem 12-0 Run einen Start nach Maß. Sehr zur Freude der Kirchheimer Anhänger erarbeiteten sich die Ritter somit eine 49:41 Führung, ehe Jonathan Levy nach fünf langen Minuten die ersten Würzburger Punkte in der zweiten Halbzeit erzielte. Durch einen Dreier von Ivan Elliott, einem technischen Foul gegen Geburtstagskind Igjnatovic und zwei Freiwürfen von Pele Pealey hatten die Baskets schnell wieder verkürzt, das dritte Viertel gehörte jedoch ganz den Gastgebern und so starteten die Ritter einen 9-2 Zwischenspurt. Auch in dieser Phase war es Tomasevic, der die entscheidenden Impulse setzte. Erst riss der Kapitän die Knights-Fans mit einer spektakulären Rettungstat mit und dann beendete er den Abschnitt mit der Schlusssekunde per Dreier zum 58:49 Zwischenstand.
Doch Würzburg kam auch dieses Mal zurück. Zu Beginn des Schlussabschnitts zeigten die Gäste eine bärenstarke Leistung in der Verteidigung und Kirchheim verstrickte sich immer mehr in Einzelaktionen. So kam es, dass sich die Unterfranken Punkt für Punkt an die Knights heran arbeiteten, ehe einige Ballverluste der Hausherren den Baskets einen 10-0 Lauf zum 67:62 knapp zwei Minuten vor dem Ende bescherten. Die Ignjatovic-Truppe schien den möglichen Sieg aus der Hand gegeben zu haben, Tomasevic und De Michael hatten jedoch offensichtlich andere Pläne im Kopf und so erlebten die Zuschauer in der Sporthalle Stadtmitte eine unglaublich dramatische Schlussphase. Die beiden Routiniers sorgten 40 Sekunden vor Schluss für den Ausgleich (67:67), ehe Christoph Henneberger die Würzburger erneut in Führung brachte. 16 Sekunden waren nun noch zu spielen und die Spannung beim letzten Angriff der Knights war förmlich zu Greifen. Cedric Brooks übernahm letztlich Verantwortung und bediente Ryan De Michael mustergültig unter dem Korb, sodass der Centerspieler „mit Foul“ vollenden konnte und mit dem anschließenden Bonusfreiwurf die Chance auf den Sieg in den Händen hielt. Dieser verfehlte 1,6 Sekunden vor dem Ende jedoch sein Ziel und so ging es beim Stand von 69:69 in die Verlängerung.
Hier hatten die Gäste durch Punkte von Lee Jeka und Christoph Henneberger, der alle seine zehn Punkte im letzten Viertel und der Verlängerung erzielte, zunächst Oberwasser (74:69), nach einem erfolgreichen Dreier von De Michael waren die Ritter jedoch wieder im Spiel. Der Deutsch-Amerikaner sorgte wenig später für zwei weitere Knights-Punkte, ehe Cedric Brooks zwei Minuten vor dem Ende sein fünftes Foul kassierte und auf der Bank platznehmen musste. Doch auch diesen Rückschlag steckten die Hausherren, Tomasevic sei Dank, gekonnt weg. Der Kirchheimer Kapitän erzielte in seiner unnachahmlichen Art sieben Zähler in Serie und verwandelte die Sporthalle Stadtmitte mit seinem Dreier zum 82:80 endgültig zu einem Tollhaus. Noch waren allerdings etwas mehr als eine Minuten zu spielen und nach der letzten Würzburger Auszeit sorgte Pele Pealey für den erneuten Ausgleich. Anschließend war Tomasevic ein weiteres Erfolgserlebnis verwehrt, Nils Menck schnappte sich jedoch den Offensivrebound und ermöglichte den Knights damit eine weitere Chance um das Spiel für sich zu entscheiden. Gordon Scott fasste sich schließlich ein Herz und markierte bei noch fünf Sekunden verbleibender Spielzeit auf akrobatische Art und Weise den vermeintlichen Siegtreffer für die Gastgeber. Doch für den Krimi im Spitzenspiel war ein anderes Ende vorgesehen. Mit der Schlusssirene erzielte Christoph Henneberger auf Pass von Lee Jeka den alles entscheidenden Dreier zum 85:84 Endstand um damit zum Helden für die Baskets zu werden. Diese feierten anschließend überschwänglich mit ihren Fans, während die Kirchheimer Spieler ebenfalls mit stehenden Ovationen von den Kirchheimer Rängen bedacht wurden.
„Es war ein toller Basketballabend und ich bin hochzufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft“, so Headcoach Frenkie Ignjatovic auf der anschließenden Pressekonferenz. „Wir haben ein großartiges Spiel abgeliefert und einen absoluten Topfavoriten der Liga am Rande der Niederlage gehabt. Schade dass es am Ende nicht ganz gereicht hat.“ Die Knights können in der Tat stolz auf ihre Leistung sein. Mit Leidenschaft und Spielwitz sorgten Tomasevic & Co. für wahre Begeisterung bei ihren Anhängern und können daher erhobenen Hauptes aus der höchst unglücklichen Niederlage hervorgehen. Auch dank der so zahlreich angereisten Würzburger Fans und der tollen Stimmung in der Sporthalle Stadtmitte erlebte Kirchheim am Samstag ein echtes Spitzenspiel, das definitiv Lust auf mehr macht.
Die Viertel im Überblick: 23:17 14:24 21:8 11:20 15:16
Kirchheim: Tomasevic (36), De Michael (18, 7 Rebounds), Brooks (11, 5 Rebounds, 9 Assists), Scott (8, 6 Rebounds, 4 Assists, 3 Steals), Menck (5), Lischka (3), Adeberg (3), Koch (0), Michalczyk (0), St. Robert (0)
Würzburg: Jeka (18, 5 Rebounds), Levy (14, 9 Rebounds), Elliott (13, 8 Rebounds), Kesselring (11, 5 Rebounds), Baker (8), Pealey (5), Henneberger (4), Heinrich (2, 7 Rebounds), McDuffie (0), Buss (0), Diestelhorst (0), Fleischmann (n.e.)

