Sieg nach doppelter Verlängerung – Knights gegen Freiburg im Wechselbad der Gefühle

Montag, 13.12.2010

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Fotos: Kirchheim Knights

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Was war das wieder für ein Krimi in der Sporthalle Stadtmitte! Zum wiederholten Male versetzten die Kirchheim Knights ihre Fans am Sonntag in ein Wechselbad der Gefühle um am Ende nach zwei Verlängerungen als glücklicher Sieger vom Parkett zu gehen. Mit 99:98 (36:42; 71:71; 83:83) behielten die Ritter am Ende dank des Siegtreffers von Kapitän Radi Tomasevic knapp die Oberhand, überragender Spieler der Partie war jedoch Ryan De Michael mit 30 Punkten. Neuzugang Marcus Smallwood zeigte bei seinem Heimdebüt ebenfalls eine starke Leistung und markierte mit 14 Punkten und 19 Rebounds prompt ein Double-Double.

Ohne die verletzten bzw. angeschlagenen Gordon Scott und Radi Tomasevic startete Kirchheim mit einer ungewohnt großen „ersten Fünf“ ins Spiel gegen Freiburg. Aufbauspieler Cedric Brooks wurde von den Fowards Sebastian Adeberg und Nils Menck, sowie den Centerspielern Ryan De Michael und Marcus Smallwood begleitet um sich in der Defensive in einer Zonenverteidigung zu formieren. Diese taktische Variante von Knights-Coach Frenkie Ignjatovic war zunächst nicht von Erfolg gekrönt, führte Gäste-Topscorer Paul Gause sein Team in der Anfangsphase doch mit neun Zählern zu einer frühen 15:10 Führung. Zwar komplettierte Tomasevic, der mit seiner Handgelenksverletzung auf die Zähne biss und trotz Schmerzen für die Ritter auf dem Feld stand, anschließend per Dreier einen 6-0 Lauf der Gastgeber, letztlich ging es allerdings mit einem knappen Rückstand (20:16) aus den ersten zehn Minuten. Mit zehn Ballverlusten standen sich die Kirchheimer dabei meist selbst im Weg und kamen im Angriff so nie richtig zu ihrem Rhythmus. Besonders Cedric Brooks kam nicht wie gewohnt zur Entfaltung, während sich das Fehlen von Routinier Scott doch
deutlich bemerkbar machte.

Auch im zweiten Viertel schafften es die Hausherren nicht den Schalter umzulegen. Während im Angriff weiterhin vieles Stückwerk blieb und man sich immer wieder in Einzelaktionen verstrickte anstatt den Ball laufen zu lassen, offenbarte die Mannschaft von Frenkie Ignjatovic auch in der Verteidigung erhebliche Schwächen. So blieben die Breisgauer ständig in Führung, bestimmten jederzeit das Tempo und gingen mit einem 42:36 Vorsprung in die Halbzeitpause.

Diese nutzten die Gäste offenbar zu einer mehr als ausführlichen Besprechung, denn als die Partie fortgesetzt werden sollte, befand sich das USC-Team noch in der Kabine, sodass der zweite Durchgang mit einer Verspätung beginnen musste. Die lange Pause hatte den Freiburgern anscheinend gut getan, hatte das Gäste-Team zu Beginn des dritten Viertels doch immer die passende Antwort parat um die stark verbesserten Knights zunächst auf Abstand zu halten. Kirchheim schaffte es weiterhin nicht die Breisgauer in der Verteidigung entscheidend zu stoppen und so sahen sich Tomasevic & Co. in der 25. Minute immer noch mit 45:50 in Rückstand. Dann jedoch fasste sich Neuzugang Marcus Smallwood, der in seinem Heimspieldebüt bis dahin solide gespielt und unter den Körber kräftig geackert hatte, ein Herz um die Mannschaft mit seiner großen Energie mitzureißen. Rebounds, Blocks, Punkte – Smallwood war nun überall zu finden und besorgte die erste Führung seit dem ersten Viertel. Auch die Stimmung in der Sporthalle Stadtmitte nahm nun richtig Fahrt auf, Freiburg blieb jedoch cool und konterte mit sechs Zählern in Serie um mit einem knappen 56:55 Vorsprung in den Schlussabschnitt gehen.

Hier erzielten die Gäste die ersten vier Punkte und so nahm Headcoach Ignjatovic bereits nach wenigen Sekunde wutentbrannt eine Auszeit. Anschließend waren die Knights wieder wach und konnten durch sechs Zähler von Sebastian Adeberg verkürzen, ehe Cedric Brooks per Dreier für die 66:65 Führung vier Minuten vor dem Ende sorgte. Wieder einmal wurden die Zuschauer in der Sporthalle Stadtmitte also Zeuge eines echten Krimis. Die Hausherren lagen dabei kurz vor Schluss mit zwei Punkten zurück und mussten den Angriff der Gäste unbedingt vereiteln, was Kapitän Tomasevic mit einem Ballgewinnn perfekt umsetzen konnte. Der Aufbauspieler lief anschließend alleine auf den Korb zu und hielt den Ausgleich in den Händen, ehe Jamar Nutter diesen mit einer spektakulären Rettungsaktion verhinderte und ein großes Raunen durch die Sporthalle Stadtmitte gehen ließ. Der bärenstarke Ryan De Michael behielt wenig später jedoch die Nerven und brachte die Knights durch zwei Treffer von der Freiwurflinie in die Verlängerung.

Hier entwickelte sich von Anfang an ein offener Schlagabtauch, bei dem sich keines der beiden Teams absetzen konnte. Fünf Freiburger Punkte sorgten dann jedoch bei noch sechszehn Sekunden verbleibender Spielzeit für eine 81:78 Gästeführung. Nach einer Auszeit gelangen Ryan De Michael zwei schnelle Punkte, ehe Paul Gause mit einem taktischen Foul an die Freiwurflinie geschickt wurde. Der US-Amerikaner blieb cool und verwandelte beide Versuche sicher. Zwölf Sekunden blieben den Knights noch um sich mit einem Dreier in die zweite Verlängerung zu retten und da Freiburg freundlicherweise darauf verzichtete dies per Foul zu unterbinden, gelang Brooks tatsächlich ein Erfolg aus der Distanz, der die Zuschauer in der Sporthalle Stadtmitte endgültig in Ekstase versetzte.

In der zweiten Extraspielzeit kühlte sich die Stimmung dann allerdings zügig ab, lief bei den Hausherren in den ersten Minuten doch überhaupt nichts mehr zusammen, während Freiburg seine Chancen nutzte um sich mit einem 10-0 Run auf 95:85 abzusetzen. Viele hatten die Ritter zu diesem Zeitpunkt bereits abgeschrieben, dann erzielten De Michael & Co. jedoch innerhalb weniger Sekunden sechs Punkte und postwendend wurde die Halle wieder zum Hexenkessel. Als dann auch noch Cedric Brooks per Dunking weiter verkürzte und Smallwood weniger später ebenfalls mit einer Flugeinlage den Ausgleich erzielte, war Kirchheim endgültig wieder am Drücker. William Hansbro und Paul Gause brachten die Breisgauer kurz vor Schluss zwar mit 98:97 in Führung, doch die Knights schwebten nun auf einer Welle der Euphorie und so gelang ausgerechnet dem angeschlagenen Tomasevic der viel umjubelte Siegtreffer zum 99:98 Endstand. Wie wichtig der Erfolg für die Kirchheimer war, erkannte man nach Ertönen der Schlusssirene an Headcoach Frenkie Ignjatovic, der mit nach oben gerissenen Armen über das Spielfeld rannte um mit seinen Spielern ausgelassen zu feiern. Das erste Sonntagsspiel der Saison war eines für die Ewigkeit, werden die Zuschauer in der Sporthalle Stadtmitte dieses Wechselbad der Gefühle doch wohl so schnell nicht wieder vergessen.

Die Viertel im Überblick: 16:20 20:22 19:14 16:15 12:12 16:15

Statistik

Kirchheim: De Michael (30, 7 Rebounds, 3 Steals), Brooks (23, 7 Assists), Smallwood (14, 19 Rebounds, 4 Blocks), Adeberg (11, 5 Rebounds, 5 Assists), Menck (9), Tomasevic (8, 7 Assists, 3 Steals), Koch (4), Lischka (0, 5 Rebounds), Michalczyk (0), Bekteshi (n.e.), Larsson (n.e.)

Freiburg: Gause (35, 9 Assists, 8 Steals), Hansbro (18), Jost (11, 8 Rebounds), Heindel (9, 7 Rebounds), Nutter (9, 7 Assists, 4 Steals), Shoutvin (8, 2 Blocks), Hagner (4), McKenzie (2), Anene (2), Samsonov (n.e.), Becker (n.e.)


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