Knights siegen mit 85:89 auf Schalke!
Sonntag, 16.11.2008

Mit einem 85:89-Sieg gegen Schalke 04 haben die Knights ein knappes Spiel für sich entscheiden können. Herausragender Ritter war Adam Baumann, der mit 31 Punkten und 15 Rebounds insgesamt 40 Effektivpunkte erspielte. Mit einem ausgeglichenen Punktekonto von 8:8 Punkten etabliert sich die Ignjatovic-Truppe langsam im Mittelfeld der Pro A.
Beginnen wir ausnahmsweise einmal mit dem Ende: 1 Minute vor Schluss schien nach hartem Fight eigentlich alles klar, denn die Knights führten „auf Schalke“ mit 82:71. Die Fans begannen den vermeintlich sicheren Sieg zu feiern und auch Trainer Frenkie Ignjatovic lehnte sich schon entspannt zurück. Doch plötzlich wurde das Geschehen noch einmal hochdramatisch und diese 1 Minute kostete Kirchheims Coach neben 2 weiteren Auszeiten womöglich auch etliche Nerven, ehe der in den Schlusssekunden am seidenen Faden hängende Erfolg schließlich doch noch gerettet werden konnte.
Doch der Reihe nach: Für beide Teams hatte der Saisonbeginn bislang einen ähnlichen Verlauf genommen: Nach holprigen Auftaktleistungen sind sowohl die Kirchheimer Ritter als auch die Schalker Knappen erst langsam in Fahrt gekommen und hatten bis dato jeweils 3 Erfolge auf der Habenseite vorzuweisen. Interessant aus Kirchheimer Sicht auch, wie der nach Gelsenkirchen gewechselte ehemalige Ritter Sascha Kesselring, bei seinem neuen Verein mit guten Leistungen aufwartend, gegen sein en früheren Club zurechtkommen würde.
Wie schon in der Vorwoche gegen Karlsruhe fand Kirchheim nur schwer in die Partie. Man versuchte zu oft, die Schalker Zonenverteidigung mittels Dreipunktewürfen zu überwinden, allein diese Versuche fruchteten nicht. Bis zur 6. Minute brachten die Knights nur einen einzigen Feldkorb zu Stande, Schalke lag mit 10:3 in Front. Doch dann wurde deutlich, dass Ignjatovic im Training der vergangenen Woche nach der deftigen Niederlage gegen die BG Karlsruhe seinen Mannen eine Basketball-Binsenweisheit hatte vermitteln können: Auf der Basis guter Verteidigungsarbeit ergeben sich in der Regel auch Vorteile in der Offensivabteilung. Dies wurde von den Knights nun konsequent umgesetzt, mit der Folge, dass Kirchheim bis zum Ende des 1. Viertels einen 16:2-Lauf hinlegte und nach 10 Minuten mit 19:12 führte.
Im 2. Spielabschnitt verlief das Geschehen dann völlig ausgeglichen: Wieder einmal punktete Adam Baumann am erfolgreichsten, Schalke hielt dagegen, und so hatte sich am Vorsprung für Kirchheim bis zum Halbzeitpfiff nichts geändert; mit 30:37 wurden die Seiten gewechselt.
Diese Ausgeglichenheit setzte sich auch nach der Pause fort. Vieles deutete schon zu diesem Zeitpunkt auf eine spannende Schlussphase hin, zumal Schalke den Rückstand bis zum Ende des 3. Viertels (55:55) ausgleichen konnte.
Im Schlussviertel drohte die Partie zunächst zu kippen. Zum ersten Mal seit dem Spielauftakt übernahmen die Westfalen wieder die Führung, Bei Kirchheim nahm die Phase einer eklatanten Freiwurfschwäche ihren Anfang und die Gastgeber wähnten sich, unterstützt von ihrem lautstarken Publikum, bei ihrer 67:62-Führung (35. Minute) schon auf der Siegerstraße. Doch wieder war es eine sehr gute Defensive, die das Geschehen noch einmal wendete. Nun wurden auch die Dreier getroffen und durch Ballgewinne von Gordon Scott und Clifford Crawford sah es fast so aus, als könnte Kirchheim noch zu einem klaren Sieg kommen. Elf Punkte Vorsprung (82:71) eine knappe Minute vor dem Ende, was kann denn da noch schief gehen? So dachte Trainer Ignjatovic, so dachten auch die Fans und hatten die 2 Punkte aus dem Sieg schon auf der Habenseite verbucht. Offenbar dachten so auch die Spieler auf Kirchheimer Seite.
Schalke machte jedoch keinerlei Anstalten, sich dieser Meinung anzuschließen und versuchte seine letzte Chance mit sehr schnellem Abschluss durch Dreipunktewürfe zu nutzen. Unglaubliche 4 Dreier nach nur kurzen Angriffen fanden innerhalb von 50 Sekunden zum Schrecken des Kirchheimer Anhangs ihr Ziel durch den Kirchheimer Korb der Knights: Der Erfolg stand plötzlich wieder auf des Messers schneide. Und hätten Gordon Scott und Adam Baumann nicht die Nervenstärke bewiesen, die Freiwurfmisere auf den letzten Drücker zu beenden, dann hätten die Teckstädter womöglich doch noch ohne Erfolgserlebnis die weite Heimreise antreten müssen.
So jedoch hatten die Knights in einer Partie zweier gleichwertiger Gegner schließlich mit 89: 85 das bessere Ende für sich. Ausschlaggebend dafür über den ganzen Spielverlauf war die im Vergleich zur Begegnung der Vorwoche gegen Karlsruhe über weite Strecken wesentlich intensivere Abwehrarbeit. Dies bietet Coach Ignjatovic und seinem Team nun auch die Voraussetzung, die schwere Heimpartie am kommenden Samstag gegen Teckpro braves (ehemals 1. FC Kaiserslautern) zuversichtlich anzugehen.
Und Sascha Kesselring: Der Ex-Kirchheimer hat für seine neuen Farben eine recht gute Partie abgeliefert und 14 Punkte erzielt.
VfL Kirchheim Knights: Tomasevic (3 Punkte / 1 Dreier, Chennoufi (9 / 2), Baumann (31 / 1 / 15 Rebounds), Crawford (20 / 1 / 3 Steals), Scott (13 / 2 / 4 Steals), Lenger (nicht eingesetzt) Peter Klemm (n. e. ), Tom Klemm (3 / 1), Heyden ( 10), Ziegler (n.e)
Erfolgreichste Werfer bei Schalke: Hall (29 / 6), Abercrombie (24)
Viertelergebnisse: 12:19, 18:18, 25:18, 30:34
Zuschauer: 600

