Knights erfüllen Fanwünsche Baumann und Scott als Garanten des Siegs gegen Chemnitz

Dienstag, 09.12.2008

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Mit ihrem 106:84-Erfolg beim Heimspiel am Nikolausabend sichern sich die Kirchheim Knights vorübergehend den sechsten Tabellenplatz in der Pro A. Adam Baumann war mit 38 erzielten Punkten und 19 Rebounds herausragender Akteur in einem Team, das mit seinem dynamischen und schnellen Basketballspiel die Zuschauer in der Sporthalle Stadtmitte begeisterte. Clifford Crawford erzielte per Freiwurf den 100sten Punkt in der Begegnung - das erste dreistellige Ergebnis der Knights in dieser Saison.

„Wenn wir mit so viel Herz spielen, sind wir für alle Teams der Liga ein ernsthafter Gegner“, lobte Knights-Coach Frenkie Ignjatovic die Leistung seiner Mannschaft auf der Pressekonferenz - und genau mit dieser erfrischenden direkten Spielweise wurde dem Gast aus Chemnitz die Grenzen aufgezeigt. Ein statistischer Wert spricht aber auch eine eindeutige Sprache: 47:21 Rebounds zu Gunsten der Schwaben – die Überlegenheit am Brett war auch für Gästetrainer Thorsten Loibl der Hauptgrund für die deutliche Niederlage seiner Mannschaft: „Wir konnten die Bretter nicht dominieren und ließen zu viele zweite Würfe der Kirchheimer zu. Unsere Verteidigung war viel zu weich und diese Schwäche war der Schlüssel für die Niederlage.“

Die Knights starteten mit Tomasevic, Chennoufi, Baumann, Crawford und Heyden in die Begegnung. Nachdem die Gäste in Person von Torvoris Baker die ersten drei Punkte erzielten, nahm der Knights-Express schnell an Fahrt auf: Baumann sorgte für den zwischenzeitlichen Ausgleich und Phillipp Heyden setzte mit seinem Dunk zum 6:3 gleich zu Beginn das erste Ausrufezeichen! Das Team war von der ersten Sekunde an hellwach und fand schnell den eigenen Rhythmus. Diesen zwängte man den Gästen auf und unterband so jeglichen Spielfluss der Sachsen. Während diese das schnelle Passspiel von Crawford, Tomasevic & Co immer wieder durch Fouls stoppen mussten, konnten die Knights ihrerseits durch eine aggressive Abwehr überzeugen. Schnell wuchs die Foulbelastung der Gästemannschaft bedenklich an. Zudem musste Niners-Coach Loibl den verletzungsbedingten Ausfall seines Centers Nate Gerwing verkraften, der sich Ende des ersten Viertels an der Schulter verletzte und von da an nicht mehr eingesetzt wurde. Im Beisein von Weltklassesprinter Tobias Unger machten sich die Knights nun ihre körperliche Überlegenheit zu Nutze und zogen Punkt für Punkt davon, bis das erste Viertel durch Crawfords erfolgreichen Dreier in letzter Sekunde mit 31:19 endete.

In der Viertelpause versuchte Gästetrainer Loibl zu seinem Team durchzudringen – mit Erfolg. In den ersten Minuten des zweiten Spielabschnitts entstand ein offener Schlagabtausch mit Korberfolgen auf beiden Seiten, doch immer wieder kam vor allem Baumann frei zum Wurf und sorgte dafür, dass der Abstand nicht weiter schmolz. Drei Minuten vor Ende der Halbzeit gab es einen besonderen Grund zum Jubeln: unter dem Applaus der 1.000 Zuschauer kehrte Andi Hornig nach vielen Wochen Verletzungspause endlich wieder auf das Spielfeld zurück, sicherte sich gleich einen Rebound und überzeugte durch einen Block. Mit ihm drehten die Ritter nochmals auf. Tomasevic, Baumann und Crawford punkteten, ohne dem Gegner einen Korberfolg zuzulassen und erhöhten den Vorsprung kurzfristig auf 24 Punkte. Der Halbzeitstand von 57:39 dokumentierte in erster Linie die überzeugende Offensivleistung der Ritter.

Während in der Pause zwei glückliche Zuschauer den – leider erfolglosen - Versuch starteten, den 500 €-Wurf im Korb zu versenken, herrschte bei den bis dahin überaus zufriedenen Fans leichte Ungewissheit: Konnten die Knights dieses Niveau auch im zweiten Abschnitt halten oder würden die Niners zu einem Gegenschlag ausholen?

Diese Befürchtungen erwiesen sich durchaus als berechtigt, denn während die Gastgeber ohne Zwang nachlässig und unkonzentriert in den zweiten Spielabschnitt starteten, ließen die Niners nun ihre Klasse aufblitzen: insbesondere Terren Harbut und Torvoris Baker reduzierten den Abstand langsam und als Chemnitz’ jüngste Neuverpflichtung Harbut nach 28 Minuten Spielzeit durch seine Freiwürfe zum 69:63 verkürzte, war die Partie wieder offen. Doch die Knights hatten die richtige Antwort parat: Gordon Scott, der in der vergangenen Woche lediglich eine halbe Stunde trainieren konnte, nahm das Heft in die Hand und versenkte gleich zwei Würfe jenseits der 6,25-m-Linie in der Reuse. Ignjatovic fand daher auch nach dem Spiel besonders lobenswerte Worte für seinen Schützling: „Gordon hat in dieser Spielphase eine entscheidende Rolle gespielt.“ Nach dem dritten Viertel hatten sich die Knights mit einem 10-Punkte-Vorsprung wieder ein bisschen Luft verschafft (77:67).

Im letzten Viertel bauten die clever spielenden Gastgeber den Vorsprung und hatten auf die erfolgreichen Dreier eines Nikita Khartchenkov oder Andreas Worenz immer die bessere Antwort. Nachdem sich die Unruhe im Chemnitzer Fanblock aufgrund eines umstrittenen Fouls wieder gelegt hatte, stand vor allem die Frage im Vordergrund, wer den 100. Punkt versenken würde. Das erste dreistellige Ergebnis, erzielt durch Cliff Crafword, wurde entsprechend von den Knights-Fans bejubelt, Paul Howard und Wilu Lenger erhielten von ihrem Trainer ihre verdienten Spielminuten und Ziyed Chennpoufi krönte das Spiel mit einem spektakulärem Alley-oop – der Endstand von 106:84 bedeutete den siebten Saisonsieg der Knights.

Diese Leistung der Knights macht Spaß auf mehr: bereits am kommenden Samstag laden die Knights zum letzten Spiel in diesem Jahr vor heimische Kulisse. Niemand anderes als die Bremen Roosters, bei denen der ehemalige Knights-Coach Pat Elzie als Manager unter Vertrag steht, geben sich die Ehre in der Sporthalle Stadtmitte. Sprungball ist um 19:30 Uhr.


VfL Kirchheim Knights gegen BV Chemnitz 99 106:84 (31:15, 26:24, 20:28, 29:17)

VfL Kirchheim Knights: Tomasevic 10 (1/4 Dreier), Chennoufi 2, Baumann 38 (3/8, 19 Reb.), Crawford 25 (1/2), Scott 15 (4/7, 5 Reb.), Lenger, P. Klemm n.e., Howard 1, T. Klemm 5 (1/4, 4 Reb.), Heyden 8 (8 Reb.), Hornig 2 (5 Reb.), Reichmuth n.e.

BV Chemnitz 99: Gerwig 3, Harbut 15, Ahnsehl, Scruggs 4, Khartschenkov 14, Speer, Rülke, Worenz 13, Pfeifer 7, Baker 15, Buchmiller 13, Ceccotti n.e.


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