Kirchheim Knights: Jahresrückblick 2008

Freitag, 02.01.2009

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Basketball in Kirchheim on top
VfL Kirchheim Knights sorgen weiterhin für begeisternden Basketball und verbringen die Jahreswende auf dem vierten Platz

Das Jahr 2008 liest sich wie ein Erfolgsmärchen in der über 50-jährigen Abteilungsgeschichte des Kirchheimer Basketballs: Halbzeitmeister der Pro B im Januar – Herzschlagfinale und Aufstieg im April – Neuorientierung in der Pro A mit Coach Frenkie Ignjatovic – drei Niederlagen und Verletzungspech sorgen für einen klassischen Fehlstart im Oktober– Rückkehr in die Erfolgsspur – Siege gegen Bremen und Cuxhaven sorgen für sensationellen 4. Platz zum Jahresende. Die Kirchheim Knights sorgen für Spitzensport in Kirchheim und dürfen stolz sein auf ihre tollen Fans.

Der 19. April 2008 wird bestimmt als ein besonderes Datum in die Sportgeschichte der Region eingehen: aufgrund der Tabellenkonstellation standen sich am letzten Spieltag der Pro B-Saison 2007/08 die VfL Kirchheim Knights und die München Baskets in einem echten Endspiel um den zweiten Aufstiegsplatz gegenüber. Dass dieses alles entscheidende Spiel auch noch in der kleinsten Halle der Liga stattfand, sorgte für zusätzliche Brisanz: um jede Karte wurde gekämpft, viele Kirchheimer Fans mobilisierten Münchner Freunde und schon 30 Minuten nach Beginn des Vorverkaufs waren die 450 verfügbaren Karten vergriffen. Zwei Fanbusse und zahlreiche Pkws machten sich am frühen Nachmittag des 19. April auf den Weg in die bayrische Landeshauptstadt, um Zeuge eines denkwürdigen Spiels zu werden. Erst nach Ende der Verlängerung stand der Sieger fest: die VfL Kirchheim Knights siegten denkbar knapp mit 105:102 und stiegen damit in die 2. Basketball Bundesliga Pro A auf. Auf dem Münchener Parkett lagen sich Spieler und Fans, Coach und Management in den Armen, vor allem bei den weiblichen Fans gab es reichlich Freundentränen, der Sekt floss in Strömen und es spielten sich unbeschreibliche Jubelszenen ab. Kirchheims Aufstiegstrainer Pat Elzie, durch einen Bandscheibenvorfall schmerz geplagt, ließ sich trotzdem von seinen Spielern feiern. Die schwäbischen Ritter befinden sich nun unter den besten 34 Mannschaften Deutschlands.

Dem ausgelassenen Jubel folgte die Ernüchterung und eine Phase der Neuorientierung: Kurz vor Vertragsunterzeichnung entschied sich Pat Elzie aus privaten Gründen gegen ein weiteres Engagement in Kirchheim und verabschiedete sich in Richtung Bremen. Dort, in räumlicher Nähe zu seiner Familie, wollte er den Schritt vom Trainerstuhl ins Management wagen. Die Knights-Organisatoren um die beiden Geschäftsführer Siegfried Meissner und Stefan Schmauder hatten keine Zeit, dem Weggang Elzies lange nachzutrauern, war doch der Zeitplan durch die neue Situation gründlich durcheinander gewirbelt worden. Bereits drei Wochen später konnte mit dem erfahrenen Frenkie Ignjatovic ein adäquater Nachfolger präsentiert werden. Der 41-jährige Serbe war jahrelang beim Pro-A-Ligisten Langen unter Vertrag und gilt als einer der begehrtesten Trainer der Liga.
Gemeinsam mit ihm galt es nun ein neues schlagkräftiges Team für das große Abenteuer Pro A zu formieren. Nachdem Leistungsträger wie Andreas Hornig und Gordon Scott gehalten werden konnten und Integrationsfiguren wie die Klemm-Brüder, Paul Howard und Wilu Lenger weiterhin die Ritter-Rüstung tragen wollten, mussten vor allem die vakanten Positionen im Aufbau und unter dem Korb gefunden werden. Der 29-jährige Dreierschütze Radi Tomasevic, der sympathische Ex-Hagener Adam Baumann sowie der Aufbauspieler Cliff Crawford sollten diese Lücke nach Wunsch von Neu-Coach Ignjatovic füllen. Weitere Unterstützung kam vom Kooperationspartner Ludwigsburg: die beiden U20-Nationalspieler Phillipp Heyden und Ziyed Chennoufi vervollständigten das Knights-Team 2008/2009 und traten so die Nachfolge des letztjährigen Kooperationsspielers David McCray an, der Dank seiner großartigen Leistungen bei den Knights den Sprung ins BBL-Team der EnBW Ludwigsburg geschafft hatte.

Mit Spannung sahen die Fans dem ersten Saisonspiel am 3. Oktober entgegen: kein anderer als BBL-Absteiger Jena sollte die Messlatte sein, doch die Zuversicht war vorhanden, da die Mannschaft während der Vorbereitung durch gute Leistungen zu überzeugen wusste. Die Ernüchterung folgte aber auf dem Fuße: nicht nur das Auftaktspiel gegen Jena wurde verloren, auch in den darauf folgenden Partien gegen Mitaufsteiger Essen und gegen Langen hatten offensichtlich überforderte Ritter das Nachsehen. Die Verletzungen von Phillipp Heyden und Andi Hornig schwächten die Mannschaft deutlich. Schon früh in der Saison kam Kritik auf und die Pessimisten sprachen den Knights gar die Ligatauglichkeit ab.

Wie reagierte die Mannschaft? Beim zu diesem Zeitpunkt ebenfalls noch sieglosen USC Heidelberg ging es Mitte Oktober schon um sehr viel – und die Mannschaft gewann alles. Wie Phoenix aus der Asche straften die Ritter ihre Kritiker Lügen und bei dem überraschenden 96:92-Heimsieg gegen den Titelfavoriten MBC aus Weißenfels ließ die Ignjatovic-Truppe zum ersten Mal ihr wahres Leistungsvermögen aufblitzen. Vor allem Youngster Ziyed Chennoufi und US-Boy Adam Baumann wussten durch variables Spiel zu überzeugen, was auch bei der Liga in Hagen nicht unbeachtet blieb: die herausragenden Leistungen brachten Chennoufi und Baumann die Auszeichnungen P4two Youngster des Monats Oktober bzw. Spieler des Monats November ein.

Nach sechs Spielen war die Punktebilanz der Schwaben schon ausgeglichen, das Team endgültig in der Liga angekommen – es reihte sich im Mittelfeld der Tabelle ein. Coach Ignjatovic wurde allerdings nicht müde, vor den Gefahren der starken und ausgeglichenen Liga zu warnen: „Unser Ziel ist der Klassenerhalt und dafür benötigen wir 10 Siege!“ Sein Team allerdings hatte sich zu diesem Zeitpunkt richtig in Schwung gespielt. Von den darauf folgenden sieben Spielen mussten nur noch gegen Karlsruhe und Hagen die Punkte abgegeben werden. Weiterer Höhepunk war das Heimspiel gegen die Niners aus Chemnitz, die mit über 20 Punkten Differenz nach Hause geschickt wurden. Andi Hornig feierte sein Comeback, Adam Baumann zeigte sich einmal mehr von seiner besten Seite und drückte dem Spiel mit seinen 38 Punkten, 19 Rebounds und 46 Effektivitätspunkten seinen Stempel auf. Die Dominanz eines Adam Baumann ist aber nicht die eigentliche Stärke der Knights in der Saison 2008/09 – es ist vielmehr die Tatsache, dass es Ignjatovic gelang, aus den gestandenen Knights und den fünf Neuen ein harmonisches Team zu formen, das sich vor keiner Mannschaft zu verstecken braucht.

Der krönende Abschluss eines erfolgreichen Basketball-Jahres feierten die Teckstädter gemeinsam mit einem guten Duzend Edelfans im fernen Cuxhaven. Während unerschrockene Mitglieder der Squires die winterlichen Temperaturen der Nordsee testeten, bereiteten sich ihre Stars konzentriert auf das letzte Spiel des Jahrs vor. Mit den Cuxhaven Bascats wartete kein geringerer als der Vorjahresvizemeister auf die Ritter. Auf dem Parkett setzten dann aber vornehmlich die Kirchheimer die Akzente: über nahezu die gesamte Spieldauer dominierten die Kirchheimer das Geschehen und lagen zwischenzeitlich mit bis zu 16 Punkte in Front. Dabei profitierten die Knights zweifelsohne auch davon, dass mit Brandon Watkins der Topscorer auf Seiten der Bascats nicht mitwirken konnte. Das Spiel wurde mit 92:86 gewonnen, die Knights beenden das Jahr mit 16:10 Punkten auf Rang vier der Pro A. Welch ein Erfolg!

Und was sagt Ignjatovic zur Siegesserie seiner Jungs? Er ist voller Lob über die ausgeglichene Leistung seines Teams, hat aber nach wie vor nur ein Ziel vor Augen: „Wenn wir 10 Siege auf dem Konto haben, könnt ihr mich nach einer Zielkorrektur fragen – vorher nicht“, predigt der Knights-Coach unermüdlich.

Dieses Ziel möchten die Kirchheim Knights natürlich so schnell wie möglich erreichen: bereits am 3. Januar haben sie die nächste Chance dazu, wenn nach kurzer Weihnachtspause der Tabellenführer BBC Bayreuth zum Spitzenspiel in Kirchheim anritt. Sprungball ist um 19:30 Uhr in der Sporthalle Stadtmitte in der Jahnstraße, Karten sind ab 18.00 Uhr an der Abendkasse oder den Vorverkauffstellen (Auto Schmauder, Intersport Räpple, Modehaus Bantlin, Möbel König) zu erhalten.


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