Heißer Tanz in Langen - Kirchheim Knights gewinnen hauchdünn gegen Langener Giraffen

Montag, 02.02.2009

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01.02.2009 | Mit dem minimalsten Abstand von einem Korbpunkt entführten die Ritter am Samstagabend zwei Tabellenpunkte aus Langen. Der 85:86-Sieg stand bis zur letzten Sekunde auf der Kippe, nachdem die Knights ihren 10-Punkte-Vorsprung drei Minuten vor Schluss noch beinahe verspielten. Ein sichtlich erleichterter Frenkie Ignjatovic, der herzlich in seiner alten Heimat empfangen wurde, war dennoch zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft, die ohne den erkrankten Gordon Scott antreten musste.

Drei Minuten vor Schluss sank für viele Kirchheimer Fans der Nervositäts-Pegel: nach einer über die gesamte Spielzeit hinweg sehr engen und ausgeglichenen Partie lagen die Knights dank einem herausragenden Radi Tomasevic und einem erfolgreichen Dreier Tom Klemms mit 10 Punkten in Führung. Als Giraffen Coach Fabian Villmeter beim Stand von 70:80 eine Auszeit nahm, rechnete Team-Manager Volker Oesterle fest damit, dass seine Jungs das Spiel nun ruhig nach Hause schaukeln würden. Aber weit gefehlt – für die Kirchheimer Anhänger völlig unverständlich und unter dem Jubel der Langener Fans holten die Gastgeber Punkt für Punkt auf. Die Kirchheimer Defense stellte ihre Bemühungen scheinbar total ein und sah tatenlos zu, wie Langens Jeffers nach belieben unter dem Korb schalten und walten konnte. Kurze Zeit später waren die Giraffen wieder dran, die Knights nur noch mit 2 Punkten in Führung. Der Rest war Nervenkitzel pur: dank zweier verwandelten Freiwürfe von Tom Klemm konnte der aus neun Metern getroffene Dreier Robert Benzings nichts mehr an Kirchheims Sieg ändern. Jedoch muss sich die Kirchheimer Mannschaft die Frage stellen, warum sie so leichtfertig beinahe den Sieg verspielt hätte.

Nun aber von vorne: zu Spielbeginn agierten die Knights sehr nervös und kamen wieder einmal nicht richtig in die Partie. Schnell lag man mit 7:2 hinten, bis dann Baumann, Heyden und Chennoufi mit ihren Punkten den 9:9 Ausgleich markieren konnten. Nach fünf Minuten erzielte Cliff Crawford die erste Führung für seine Mannschaft, die bis zum Ende des ersten Viertels auch nicht wieder hergegeben wurde. Auffälligster Akteur auf Seiten der Gäste: Youngster Phillipp Heyden, der 11 seiner 15 Punkte in den ersten 10 Minuten erzielte. Die Rechnung von Frenkie Ignjatovic schien aufzugehen: Das Spiel der Knights lief hauptsächlich über die Center, die ihre Überlegenheit unter dem Korb ausnutzten und entsprechend punkteten. Diese Kirchheimer Stärke hatte auch bei Langen ihre – negative – Auswirkung: Kyle Jeffers war früh foulbelastet und musste von Villmeter über längere Phasen vom Platz genommen werden. Um ihren Topcenter beraubt, hatten die Langener auch im zweiten Viertel keine Chance gegen die Kirchheimer Insidespieler: das Reboundverhältnis von 22:41 zu Gunsten der Schwaben spricht eine eindeutige Sprache. Alle drei Center – Baumann, Heyden und Hornig – waren grundlegend dafür verantwortlich, dass ihre Mannschaft zur Halbzeit mit 5 Punkten in Führung lag (41.46). Höhepunkt der ersten Halbzeit war der Monster-Block Hornigs, der den Wurf des Langeners Ruben Spoden auf spektakuläre Art vereitelte.

In der zweiten Halbzeit kamen die Gastgeber besser mit den schwäbischen Brettspielern zurecht: die Verteidigung wurde intensiver, die Center gedoppelt, so dass die Überlegenheit unter dem Korb langsam schwand. Unterstützt wurden die Langener dabei von den Gästen, die durch eine ungewöhnlich hohe Anzahl von Ballverlusten und leichtfertig vergebenen Würfen das Heft aus der Hand gaben. Ein 7:0-Lauf der Giraffen zum Ende des dritten Viertels brachte ihnen den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 58:58, ehe die Knights sich in erster Linie durch Radi Tomasevic zur Viertelpause leicht mit 61:63 in Führung bringen konnten. Danach begannen die schon beschriebenen spannenden zehn Minuten, die einmal mehr zeigten, wie nervenaufreibend und unvorhersehbar Basketball sein kann.

„Es ist für jede Mannschaft schwer in Langen zu gewinnen, darum bin ich sehr froh, dass wir das erwartet knappe Spiel für uns entscheiden konnten – erst Recht ohne Gordon Scott“, resümierte nach dem Spiel ein zufriedener Frenkie Ignjatovic, dem für alle sichtbar noch sehr viele Sympathien aus seiner alten Heimat entgegen gebracht wurden. „Radi hat uns mit seinen tollen Würfen in der zweiten Halbzeit am Leben gehalten und Tom hat am Ende von der Bank kommend ein cleveres Spiel gemacht“, lobte Ignjatovic zwei Spieler besonders und sprach zudem Andi Hornig für seine Leistung am gestrigen Abend ein Kompliment aus.

Mit nunmehr 22 Punkten auf der Habenseite konnten die Kirchheim Knights ihren fünften Tabellenplatz erfolgreich verteidigen und freuen sich schon auf den nächsten Gegner: Am kommenden Samstag gastiert der Traditionsclub USC Heidelberg in der Sporthalle Stadtmitte.

Ein ganz anderes Problem beschäftigt gerade das Knights-Management: nach dem Rückzug des Hallensprecher-Urgesteins Wilu Lenger sind die Knights-Organisatoren auf der Suche nach einem Nachfolger für diese wichtige Aufgabe. Interessierte können sich gerne mit Stefan Schmauder in der Geschäftsstelle (07021/5096-0) in Verbindung setzen.

TV 1862 Langen - VfL Kirchheim Knights 85:86 (21:24, 20:22, 20:18, 24:22)

TV Langen:
Barth K. 12, Feist 4, Barth S. 16, Kuhn, Völler 2, Spoden, Chappel 17, Benzing 18, McCulloch, Jeffers 16

VfL Kirchheim Knights:
Tomasevic 20 (4/7 Dreier), Chennoufi 4 (7 Reb.), Baumann 14 (12 Reb.), Crawford 15 (1/3, 5 Reb.), Lenger n.e., Klemm P n.e.., Howard n.e., Klemm T. 7 (1/3), Heyden 15 (5 Reb.), Hornig 11 (7 Reb.)


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