Gewonnen – abhaken: Knights verteidigen durch 98:85-Sieg gegen Heidelberg den vierten Tabellenplatz

Montag, 09.02.2009

Copyright: BBA & Ihre Partner


Manche Begegnungen sind im Kopf schon vor dem Spiel gewonnen – gegen ersatzgeschwächte Heidelberger fehlte den Kirchheimer Rittern oftmals die letzte Konzentration. Dank einer guten Leistung von Radi Tomasevic und Gordon Scott konnte das Spiel doch noch klar gewonnen werden. Trauriger Höhepunkt des Spiels war allerdings das disqualifizierende Foul gegen Andreas Hornig.

Ohne ihren Trainer Thorsten Daume musste das USC Team den Weg nach Kirchheim antreten. Als wäre das nicht schon Schwächung genug für den drittletzten der Liga musste auch noch Ben Beran, der im Schnitt mehr als 16 Punkte pro Spiel erzielt, verletzungsbedingt auf seinen Einsatz verzichten. Er nahm stattdessen die Aufgaben des Coaches war und versuchte, sein Team von der Seitenlinie aus zu unterstützen.

Tomasevic, Chennoufi, Baumann, Crawford und Heyden begannen für die Knights und es war Radi Tomasevic, der für sein Team mit einem erfolgreichen Dreier die ersten Punkte des Spiels markierte. Beide Mannschaften nutzten in den ersten Minuten ihre Chancen und das Spiel gestaltete sich ausgeglichen. In der fünften Minute sorgte Adam Baumann mit einem Dunking und einem weiteren Korberfolg zum 17:12 für eine Initialzündung. Eine Auszeit des USC änderte nichts daran, dass die Knights in den weiteren Minuten das Spiel bestimmten. Als Tom Klemm mit seinem Dreier das 30:14 markierte, war für manchen Zuschauer das Spiel schon entschieden.

Fast schien es, als ob die Ritter ähnlich fühlten wie die 1.000 Zuschauer in der Kirchheimer Sporthalle Stadtmitte, denn kurz vor Ende des ersten Viertels ließ die Knights-Abwehr zwei leichte Korberfolge der Gäste zum 30:19-Viertelstand zu. Diese eher lässige Haltung setzte sich im zweiten Viertel fort und von mannschaftlichem Zusammenspiel war auf Kirchheimer Seite nicht mehr viel zu sehen. „Heidelberg ist die Mannschaft mit dem drittbesten Score in der Liga“, fand Knights-Coach Ignjatovic eine Erklärung für diese Schwächephase, der mit der Abwehrleistungen seiner Mannschaft in diesem Abschnitt nicht zufrieden war. Ballverluste, schlechte Pässe und eine passive Abwehr hatten zur Folge, dass Adeberg, Hodges und Komarek ihr Team wieder ins Spiel zurück brachten: der 36:36 Ausgleich war das Ergebnis eines 10:0-Laufs des USC in der fünfzehnten Spielminute. Die Knights fingen sich zum Ende der ersten Halbzeit, ohne allerdings recht zu überzeugen und gingen mit knappem Vorsprung von 47:44 in die Pause.

Während die Ritter sich der Halbzeitansprache ihres Trainers stellen mussten, sorgte die Jazztanzgruppe „Dancensation“ des TV Bünzwangen für Stimmung. Im dritten Viertel bewies wieder einmal Radi Tomasevic, dass er die Verantwortung für sein Team übernehmen kann. Während das Spiel weit vor sich hin plätscherte, führten vor allem die drei Dreier Tomasevics zum 70:61 Zwischenstand zum Ende des dritten Viertels. Sein Buzzerbeater in der letzten Sekunde ließ das Stimmungsbarometer bei den Zuschauern nochmals deutlich steigen.

Bereits zum Beginn des abschließenden Viertels machte sich die Foulbelastung der Kirchheimer bemerkbar: Adam Baumann erhielt in der ersten Minute sein viertes Foul, weshalb er zwischenzeitig auf der Bank Platz nehmen musste. Punkte von Gordon Scott und Andreas Hornig sorgten für eine komfortable 14 Punkte-Führung. Die darauf folgenden Szenen sollten den unrühmlichen Höhepunkt des Spieles darstellen. Nachdem Kirchheims Hornig einen Defensivrebound nicht unter Kontrolle bringen konnte, versuchte er den folgenden Wurfversuch seines Gegner zu blocken, was ihm von den Schiedsrichtern aber als Foul gepfiffen wurde. Beim sonst durch sein ruhiges Wesen bekannten Hornig entlud sich in den nächsten Sekunden der gesamte Frust über die gegen ihn gepfiffenen Fouls. Die Unparteiischen quittierten dies mit einem technischen und einem darauf folgenden disqualifizierenden Foul.

Aber selbst die sechs daraus resultierenden Freiwürfe sowie der anschließende Ballbesitz der Heidelberger reichten nicht aus, die Badener wieder gefährlich an die Schwaben heranzuführen. Zu sicher punkteten Tom Klemm, Crawford und Scott im Folgenden. Die dünne Personaldecke des USC machte sich gleichermaßen bemerkbar wie die Cleverness der Ritter, die mit einigen schnellen Fastbreaks das Spiel endgültig für sich entschieden. Beim Stand von 98:80 in der letzten Spielminute stiegen die Hoffnungen der Zuschauer auf ein dreistelliges Ergebnis der Knights, bei denen nun auch Lenger, Howard und Reichmuth ihre Einsatzzeiten erhielten. Dafür war jedoch die verbleibende Zeit zu knapp und so endete das Spiel mit einem verdienten 98:85-Sieg.

„Das war so ein Spiel, da bist du selbst bei einem 10-Punkte-Vorsprung unzufrieden“, resümierte Ignjatovic nach dem Match und gab zu bedenken, dass Spiele gegen einen vermeintlich schwachen Gegner immer schwer zu gewinnen sind. „In der nächsten Woche gegen den Tabellenführer da wird jeder bis in die Fingerspitzen motiviert sein“, stellte er in Aussicht. Zu der erforderlichen Leistungssteigerung ist das Team sicherlich in der Lage – ob es ausreichen wird, um den starken MBC ein zweites Mal zum Straucheln zu bringen wird am kommenden Samstag in Weißenfels geklärt werden.


VfL Kirchheim Knights – USC Heidelberg 98:85

Tomasevic, Radivoj 14 (4/7), Chennoufi, Ziyed,7(1/3, 6 Rebounds), Baumann, Adam,12 (0/1, 12 Reb.), Crawford, Clifford 22 (2/5, 10 Reb), Scott, Gordon 18 (4/7, 6 Reb), Lenger, Wilu, Klemm, Peter, Howard, Paul,Klemm, Thomas,10 (2/4), Heyden, Phillipp 13 (5 Reb.), Hornig, Andreas 2, Reichmuth, Jan

Hodges 24, Hirschberg 4 Dietz 3, Rodriguez 3, McNeil 14, Barthel 1, Hug, Adeberg 17, Komarek 19


Kommentare


« zurück