Fehlende Cleverness bringt Knights um den Sieg
Montag, 30.03.2009

29.03.2009 | Über drei Viertel hatten die Kirchheimer Korbjäger den BV Chemnitz 99 fest im Griff. Streckenweise bis zu 14 Punkte lagen die Knights in Front, wobei vor allem Phillipp Heyden und Gordon Scott überzeugen konnten. Auch dank vieler überhasteter Einzelaktionen der Ritter drehten die Niners im vierten Viertel das Spiel und kehrten auf die Siegerstraße zurück. Mit 98:83 zogen die Knights den Kürzeren.
„Ohne Playmaker waren wir verloren“, resümierte ein zerknirschter Knights-Coach nach dem Spiel. Dass sich Kirchheims Clifford Crawford zu Beginn des vierten Viertels mit seinem fünften Foul selbst aus dem Spiel nahm, verärgerte Ignjatovic zusätzlich.
Sechs Kirchheimer Fans traten am Sonntagmorgen die lange Reise nach Chemnitz an. Im Gepäck Trompete, Trommeln und die berechtigte Hoffnung, ihre Knights zum Sieg zu schreien. Nach fünf Stunden Fahrt im Kleinbus trafen die Treuesten der Knights-Fans erwartungsvoll in der Spielhalle der Chemnitzer ein. Sie sahen von Beginn an eine engagierte, wenn auch von Ballverlusten und Fehlern gespickte Partie beider Mannschaften, in der kein Team in den ersten Minuten dominierten konnte. Der erste Dunk von Nate Gerwig und Ziyed Chennoufis Antwort per Dreier machten Lust auf mehr. Es entwickelte sich im weiteren Verlauf ein offener Schlagabtausch auf beiden Seiten. Erst zum Ende des ersten Viertels gelang es den Rittern, sich mit einigen Punkten abzusetzen: Tom Klemm ließ seinen Dreier drei Sekunden vor Schluss zum 22:28 durch die Reuse zischen.
Das zweite Viertel begann mit Fehlern. Fast zweieinhalb Minuten ohne Punktgewinn sprachen für zuweil haarsträubende Aktionen auf beiden Seiten. Die Knights besannen sich aber als erste wieder auf ihre Stärken. Der Ball lief besser durch die Reihen, das Teamspiel funktionierte von nun an und die Schützen würden in Position gebracht. Auch Dank vieler erfolgreicher Fastbreaks zogen die Jungs von Frenki Ignjatovic Punkt um Punkt davon und markierten den 39:50-Halbzeitstand.
„Es lief alles für uns, wir hatten die Chemnitzer fest im Griff und hätten dieser Linie nur treu bleiben müssen“, blickte Teammanager Volker Oesterle nach dem Spiel zurück und sah den Bruch im Spiel der Knights schon zu Beginn des dritten Viertels: zwar hielten die Kirchheimer den Vorsprung, jedoch wurden die Aktionen zusehends überheblicher und eigensinniger. Ignjatovic schilderte die Spielweise aus seiner Sicht: „Schon in dieser Phase waren es hauptsächlich Einzelaktionen, jedoch waren wir dem Gegner in fast allen Belangen noch überlegen.“ Tom Klemm setzte ein weiteres Mal mit einem Dreier den Schlusspunkt in einem Viertel: beim Stand von 54:68 nach 30 Minuten sah noch alles nach einem Sieg der Gäste aus.
Dann trat aber das ein, was der aufmerksame Beobachter der Begegnung schon einige Minuten zuvor befürchtet hatte: die Knight ließen zu, dass die Gastgeber immer stärker wurden. 21 Ballverluste sollten am Ende bei den Knights zu Buche stehen. „Bei so vielen Fehlern kann man kein Spiel gewinnen“, stellte auch Kirchheims Hallensprecher Daniel Zirn fest, der gemeinsam mit der kleinen Fangruppe tatenlos zusehen musste, was nun folgte: Kirchheims Aufbauspieler Cliff Crawford foulte Dustin Pfeifer beim Fastbreak und nahm sich mit einem unsportlichen Foul, seinem fünften, somit selbst aus der Partie. die Chemnitzer nutzten ihre Chance und drehten ein Spiel um, das für sie fast verloren war. Zwischen Spielminute 33 und 36 erzielten die Gastgeber 10 Punkte in Folge ohne einen einzigen Korberfolg ihrer Gegner hinnehmen zu müssen. Beim Zwischenstand von 66:70 vier Minuten vor Schluss war das Spiel wieder offen. Ziyed Chennoufi sorgte mit vier erfolgreichen Freiwürfen für ein bisschen Luft, doch abermals starteten die Niners eine Serie: sieben Chemnitzer Punkte in Folge zum 74:76 strapazierten das Nervenkostüm der Kirchheimer und als Nikita Khartchenkov zwei Minuten vor Schluss seinen Dreier zum 81:78 versenkte, war das Spiel gekippt. Beide Mannschaften kämpften um jeden Punkt – kurz vor Schluss hatte Gordon Scott noch den Ausgleich in der Hand, doch das bessere Ende konnte an diesem Tag der Gastgeber für sich verbuchen.
Mit 89:83 gewannen die Niners ihr Heimspiel und kommen dadurch in der Tabelle den Knights ziemlich nah. Nur noch zwei Punkte trennen den Tabellenfünften und den nun Sechstplatzierten aus Chemnitz. Wie hart die Saison zum Ende hin für die Knights noch wird, zeigt der Spielplan. Bereits am kommenden Wochenende steht wiederum eine lange Auswärtsfahrt an: schon wieder an einem Sonntag müssen sich die Ritter in Bremen bei den Rosters bewähren.
BV Chemnitz 99 gegen VfL Kirchheim Knights 89:83 (22.28, 17.22, 15.18, 35:15)
VfL Kirchheim Knights:
Tomasevic 14 (2/6 Dreier), Chennoufi 9 (1/3, 8 Reb.), Baumann 7 (1/2), Crawford 12 (1/2), Scott 19 (2/7, 5 Reb.), Klemm 8 (2/4), Heyden 14, P. Klemm n.e., W. Lenger n.e.
BV Chemnitz 99
Gerwig 18, Harbut 4, Scruggs 1, Kharchenkov 18, Worenz 7, Pfeifer 15, Baker 21, Buchmiller 5, Ahnsehl n.e., Speer n.e., Rühlke n.e.

