Bekteshi und die deutsche U17 schaffen den Sprung unter die besten Acht der Welt
Donnerstag, 08.07.2010

Mit drei Siegen und zwei Niederlagen in der Vorrunde, qualifizierte sich die deutsche U17-Nationalmannschaft bei der WM in Hamburg für das Viertelfinale und trifft in der Runde der letzten acht am heutigen Freitag auf die Mannschaft aus Litauen. Angeführt wird das DBB-Team dabei vom Ludwigsburger Aufbauspieler Besnik Bekteshi, der als Topscorer bereits mehrfach als Matchwinner in Erscheinung treten konnte.
Nach einer genauso schweißtreibenden, wie erfolgreichen Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft im eigenen Land, wurde es am vergangenen Freitag ernst, für die Mannschaft von Bundestrainer Frank Menz.
Zum Auftakt in die Kontinentalwettbewerbe traf das DBB-Team in der Sporthalle Hamburg auf Kanada, um am Ende mit einem knappen 69:68-Sieg erfolgreich ins Turnier zu starten. Überragender Spieler auf deutscher Seite war dabei der Kirchheimer Besnik Bekteshi, seines Zeichens Aufbauspieler des NBBL-Teams der BBA Ludwigsburg. Der 17-Jährige traf sieben von elf Würfen aus dem Feld, davon vier Dreier, versenkte neun von zehn Freiwürfen und avancierte mit 27 Zählern zum Topscorer der Partie. Auch in der spannenden Schlussphase behielt Bekteshi die Nerven und markierte die beiden entscheidenden Freiwürfe zum vielumjubelten Auftaktsieg des deutschen Teams.
Beflügelt durch den knappen Erfolg über Kanada, gingen die DBB’ler am Tag darauf mit einer gehörigen Portion Selbstbewusstsein in die Partie gegen den Mitfavoriten aus Spanien. Als Außenseiter bot die Menz-Truppe den Iberern von Anfang an Paroli, ehe man sich zu Beginn des Schlussviertels, durch elf Punkte in Serie des Jenaers Jakob Krumbeck, erstmals absetzen konnte. Besnik Bekteshi, der sieben seiner elf Zähler in den letzten zehn Minuten erzielte und Topscorer Bogdan Radosavljevic, ließen den Vorsprung anschließend weiter anwachsen, sodass Deutschland am Ende einen vor allem in dieser Höhe überraschenden, letztlich aber hochverdienten 74:64 Sieg feiern durfte.
Nachdem die deutsche Mannschaft bereits beim Albert-Schweitzer-Turnier mit tollen Leistungen für Furore gesorgt und auch mit dem ersten Platz beim ING-Diba Turnier kurz vor Beginn der WM ein Ausrufezeichen gesetzt hatte, waren die Schützlinge von Bundestrainer Frank Menz nach den beiden Siegen zum Auftakt endgültig auf der großen Bühne des Weltbasketballs angekommen. Am spielfreien Sonntag hatten Bekteshi & Co. dann die Chance, etwas durch zu atmen. Abgesehen von einer Trainingseinheit, in der man sich auf das schwere Spiel gegen Polen vorbereitete, konnten die Spieler die freie Zeit nutzen, um das sonnige Hamburg zu genießen und neue Kraft für die anstehenden Aufgaben zu sammeln.
Der Auftritt gegen die starken Polen, die zusammen mit den USA zu den absoluten Favoriten auf den Weltmeistertitel zählen, war dann jedoch zum Vergessen für das DBB-Team. Von Anfang an fanden die Deutschen nicht zu ihrem Spiel, während die polnische Mannschaft, um den 2,12 Hünen Marcin Karnowski, seine gute Form bestätigte und eine starke Leistung ablieferte. So musste Deutschland am Ende eine bittere 33:79 Niederlage hinnehmen.
Die deutliche Pleite gegen Polen schien Spuren hinterlassen zu haben, geriet man doch auch am Dienstag gegen Australien früh in Rückstand und konnte zunächst nicht an die tollen Leistungen der ersten beiden Spiele anknüpfen. Drei Minuten vor dem Ende war die Partie beim Stand von 44:57 bereits so gut wie entschieden, die Deutschen fassten sich jedoch ein Herz und starteten eine furiose Aufholjagd. Eingeleitet durch einen erfolgreichen Dreier von Besnik Bekteshi, verkürzten die Gastgeber innerhalb kürzester Zeit auf vier Punkte, die Australier behielten in den Schlusssekunden jedoch die Nerven und entschieden das Spiel mit Treffern von der Freiwurflinie zu ihren Gunsten, um dem DBB-Team am Ende mit 62:58 die zweite Niederlage in Serie zuzufügen.
So kam es für Deutschland am Mittwoch zu einem echten Endspiel gegen Südkorea. Nur mit einem Sieg gegen die Asiaten war der Einzug ins Viertelfinale aus eigener Kraft sichergestellt, entsprechend nervös starteten die DBB’ler in die Partie. Besonders in der Verteidigung offenbarten die Menz-Schützlinge bis dahin ungeahnte Schwächen, sodass Südkorea allein in den ersten zehn Minuten, 29 Punkte erzielen konnte und zur Halbzeit mit 40:31 in Führung lag. Zu Beginn des zweiten Durchgangs lief es besser und der Rückstand konnte schnell egalisiert werden, ehe man im Schlussviertel Stück für Stück davonzog, um letztlich einen verdienten 78:68 Sieg einzufahren. Erfolgsgarant für das DBB-Team war dabei erneut der Ludwigsburger Besnik Bekteshi, der 17 seiner insgesamt 24 Punkte im zweiten Durchgang erzielte und außerdem noch sieben Rebounds und fünf Assists auf seinem Konto verbuchen konnte.
Durch den Sieg gegen Südkorea beendeten die deutschen Korbjäger die Gruppenphase auf dem dritten Platz und treffen nun am Freitag auf die Mannschaft aus Litauen.