Projekte: „Basketball gegen Gewalt“
Dienstag, 21.10.2008

Neues Projekt der Stuttgarter Sicherheitspartnerschaft entlädt Span-nung Jugendlicher unterm Korb
Die Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Stuttgart registriert für das Jahr 2007 eine Zunahme der Tatverdächtigenzahlen bei unter 21 Jährigen ge-genüber dem Vorjahr. Zu den hauptsächlichen Deliktsbereichen von Ju-gendkriminalität in Stuttgart zählen Sachbeschädigungen, Diebstahls- und Körperverletzungen, sowie Gewalt- und Straßenkriminalität. Die Dienst-stellen der Polizei berichten weiterhin von anhaltend hoher Gewaltbereit-schaft und geringem Toleranzverhalten bei Jugendlichen.
Diesem Trend entgegengesetzt wird das gewaltpräventive Projekt: „Spannung unterm Korb – Basketball gegen Gewalt“, das von der Stadt Stuttgart initiiert wurde und gemeinsam mit dem Polizeipräsidium Stuttgart und dem „Gemeinschaftserlebnis Sport“ durchgeführt wird.
„Um die Jugendlichen zu erreichen müssen wir heute ein attraktives An-gebot schaffen, das in besonderer Weise die Bedürfnisse und die Interessenlage der jungen Erwachsenen berücksichtigt. Mit diesem gewaltpräventiven Projekt erweitert sich das breite Angebot der Landeshauptstadt für Jugendliche und Heranwachsende. Das ist ein weiterer Schritt zur Verbesserung ihrer Welt, in der auch wir Leben wollen“, äußert sich Bürger-meister Dr. Schairer.
Mit einmal im Monat stattfindenden, sportpädagogisch betreuten Basket-ballturnieren wird den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern aller Schularten, die zwischen 12 und 15 Jahren alt sind, eine Möglichkeit ge-geben, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten. Im Team, in dem mindestens ein Mädchen mitspielen wird, lernen die Teilnehmer den fairen Umgang mit-einander und stärken ihre Fähigkeit zur gewaltfreien Konfliktlösung.
Gespielt werden nacheinander vier Turniere, in den fünf inneren Stadtbe-zirken Stuttgarts, über die Dauer von jeweils einem Monat hinweg. Die beiden Erstplazierten jeder Region qualifizieren sich für das Finalturnier. Professionelle Unterstützung leisten während jedem Regionalturnier die Stars der Bundesligamannschaft EnBW Ludwigsburg. „Wir freuen uns, dass es gelungen ist auch die Stars der EnBW Ludwigsburg für unser Pro-jekt zu gewinnen und damit eine Verbindung zum Profisport zu schaffen. Für viele Nachwuchsbasketballer ist es das Allergrößte, einmal ihren Vor-bildern zu begegnen. Wir erfüllen ihnen diesen Wunsch“, teilt Fred-Jürgen Stradinger vom Sportkreis Stuttgart mit.
„Für den Bundesligisten EnBW Ludwigsburg ist dieses Projekt eine Gelegenheit Ihr vielfältiges Engagement in der Nachwuchsförderung auszubauen und viele Jugendliche für den Basketballsport zu begeistern“ erklärt Mario Probst, Teammanager der EnBW Ludwigsburg.
Besonderen Wert legt die Konzeption des Projekts darauf, jedem Teil-nehmer eine Medaille, als Zeichen der Anerkennung für die Teilnahme an einem Projekt gegen Gewalt, das weit über das Spielfeld hinaus stattfin-det, zu überreichen. So werden darüber hinaus Fairplay Auszeichnungen an Teams und einzelne Spieler verliehen. Berücksichtigt werden dabei unter anderem das Verhalten auf und neben dem Spielfeld, die Miteinbe-ziehung der Mädchen und die Umgangsformen der Spieler.
„In Zeiten von anhaltend hoher Gewaltbereitschaft und geringem Tole-ranzverhalten bei Jugendlichen sind gewaltpräventive Maßnahmen ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg“, so Polizeipräsident Stumpf.„Wir begleiten das Projekt mit Veranstaltungen, in denen die teilnehmenden Schulklas-sen zusammen mit Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten aktuelle Vor-kommnisse, Probleme oder Fragen thematisieren, damit ein weiteres Ziel des Projekts, eine nachhaltige Verringerung der Kriminalitäts- und Gewaltbereitschaft unter den Jugendlichen, durch Sensibilisierung und eine Schärfung des Bewusstseins, erreicht werden kann.“