„Basketball gegen Gewalt“: Neues Projekt der Stuttgarter Sicherheitspartnerschaft wird vorgestellt

Dienstag, 25.11.2008

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Die Kriminalstatistik des Polizeipräsidiums Stuttgart hat im vergangenen Jahr eine Zunahme der Tatverdächtigenzahlen bei unter 21-Jährigen gegenüber des Vorjahres festgestellt. Zu den hauptsächlichen Deliktsbereichen von Jugendkriminalität in Stuttgart zählen dabei Sachbeschädigungen, Diebstahls- und Körperverletzungen sowie Gewalt- und Straßenkriminalität. Die Dienststellen der Polizei berichten zudem von anhaltend hoher Gewaltbereitschaft und geringem Toleranzverhalten bei Jugendlichen.

Diesem Trend entgegengesetzt wird das gewaltpräventive Projekt „Spannung unterm Korb – Basketball gegen Gewalt“, das von der Landeshauptstadt Stuttgart initiiert wurde und gemeinsam mit dem Polizeipräsidium Stuttgart und dem „Gemeinschaftserlebnis Sport“ durchgeführt wird. Im Vorfeld der Auftaktveranstaltung des Projektes haben heute der Bürgermeister für Recht, Sicherheit und Ordnung, Dr. Martin Schairer, der Polizeipräsident Siegfried Stumpf, der Teammanager der EnBW Ludwigsburg, Mario Probst, sowie der Vorsitzende des Sportkreis Stuttgart, Fred Stradinger, über „Spannung unterm Korb – Basketball gegen Gewalt“ informiert.

Das Präventionsprojekt richtet sich an Jugendliche der Klassenstufen 5 bis 9. Rund 30 Schulmannschaften und damit rund 150 Schülerinnen und Schüler aus den inneren Stadtbezirken nehmen in den nächsten Monaten an regelmäßigen Basketballspielen teil. Dabei geht es nicht nur um das Sporterlebnis: durch die sportpädagogische und polizeiliche Betreuung der Spiele setzen sich die Jugendlichen vor allem auch mit Gewalt in Sport und Alltag auseinander.

„Um die Jugendlichen zu erreichen, müssen wir heute ein attraktives Angebot schaffen, das in besonderer Weise die Bedürfnisse und die Interessenlage der jungen Erwachsenen berücksichtigt“, so Bürgermeister Dr. Martin Schairer. „Mit diesem gewaltpräventiven Projekt erweitert sich das breite Angebot der Landeshauptstadt für Jugendliche und Heranwachsende. Das ist ein weiterer Schritt zur Verbesserung ihrer Welt, in der auch wir Leben wollen.“

Mit wöchentlich stattfindenden, sportpädagogisch betreuten Basketballspielen wird den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern aller Schularten eine Möglichkeit gegeben, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten. Im Team, in dem mindestens ein Mädchen mitspielen wird, lernen die Teilnehmer den fairen Umgang miteinander und stärken ihre Fähigkeit zur gewaltfreien Konfliktlösung.

Gespielt wird in einem Turnierverfahren, das mit Vorrundenspielen in vier Gruppen beginnt. Für jede Gruppe gibt es einmal im Monat einen Spieltag. Professionelle Unterstützung leisten während der Vorrundenphase die Stars der Bundesligamannschaft EnBW Ludwigsburg mit Trainingseinheiten für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Projekts. „Wir freuen uns, dass es gelungen ist, auch die Stars der EnBW Ludwigsburg für unser Projekt zu gewinnen und damit eine Verbindung zum Profisport zu schaffen“, so der Sportkreisvorsitzende Fred-Jürgen Stradinger. „Für viele Nachwuchs-Basketballer ist es das Allergrößte, einmal ihren Vorbildern zu begegnen. Wir erfüllen ihnen diesen Wunsch.“

„Das Projekt passt hervorragend in das Konzept der Nachwuchs-Basketball-Akademie der EnBW Ludwigsburg“, so Mario Probst, Teammanager der EnBW Ludwigsburg. „Wir als Bundesligist fördern gerne solch nachhaltige Projekte. ‚Spannung unter dem Korb’ bietet eine tolle Gelegenheit, Jugendliche für den Basketballsport zu begeistern.“

Jeder Teilnehmer erhält als Zeichen der Anerkennung für die Teilnahme an einem Projekt gegen Gewalt, das weit über das Spielfeld hinaus stattfindet, eine Urkunde. Für die ersten drei Plätze sind Medaillen vorgesehen, der Turniersieger erhält zusätzlich einen Wanderpokal. Darüber hinaus werden Fairplay-Auszeichnungen an Teams und einzelne Spieler verliehen. Berück-sichtigt werden dabei unter anderem das Verhalten auf und neben dem Spielfeld, die Miteinbeziehung der Mädchen und die Umgangsformen der Spieler.

Auch das Staatliche Schulamt begrüßt das neue Projekt: „Täglich stehen Lehrkräfte an unseren Stuttgarter Schulen vor der oft schwierigen Aufgabe, die vielen Ethnien mit den unterschiedlichsten kulturellen und religiösen Hintergründen zu einem guten Miteinander beim gemeinsamen Lernen zu führen“, so die Leiterin des Staatlichen Schulamtes, Ulrike Brittinger. „‚Die Spannung unterm Korb‘ kann wesentlich dazu beitragen, Spannungen im Klassenzimmer abzubauen und den Weg für ein kooperatives Lernen zu bereiten. Ich danke allen Projektverantwortlichen für diese vorbildliche Ver-netzung mit den Erziehungszielen unserer Stuttgarter Schulen.“

„In Zeiten von anhaltend hoher Gewaltbereitschaft und geringem Toleranz-verhalten bei Jugendlichen sind gewaltpräventive Maßnahmen ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg“, so Polizeipräsident Siegfried Stumpf. „Wir begleiten das Projekt mit Veranstaltungen, in denen die teilnehmenden Schulklassen zusammen mit Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten aktuelle Vorkommnisse, Probleme oder Fragen thematisieren, damit ein weiteres Ziel des Pro-jekts, eine nachhaltige Verringerung der Kriminalitäts- und Gewaltbereitschaft unter den Jugendlichen, durch Sensibilisierung und eine Schärfung des Bewusstseins, erreicht werden kann.“

Bürgermeister Dr. Schairer abschließend: „Ich möchte mich im Namen aller Partner ganz herzlich bei der EnBW für ihr vorbildliches Engagement bedanken. Erst die finanzielle, ideelle und sportliche Unterstützung der EnBW hat dieses Projekt möglich gemacht.“

Schülerinnen und Schüler aus folgenden Schulen nehmen am Projekt teil:

• Königin-Olga-Stift
• Neckar-Realschule
• Lerchenrainschule
• Schickhardt-Realschule
• Schickhardt-Gymnasium
• Heusteigschule
• Grund- und Hauptschule Ostheim
• Hölderlin-Gymnasium
• Friedrich-Eugens-Gymnasium
• Zeppelin-Gymnasium


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