Nichts zu erben für Marbacher Youngster

Dienstag, 03.03.2009

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Gegen den ungeschlagenen Primus Schwäbisch Hall gab es für den Marbacher "Jugendstil" nichts zu erben. Nachdem sich Playmaker Hannes Mayer letzten Mittwoch im Testspiel in Ludwigsburg zu den Langzeit-Ausfällen gesellt hat und kurzfristig auch noch Niklas Leidel und Benni Essig passen mussen, standen den "Flyers" vier U18 und drei U20 Spieler gegenüber. Jan Ziegler mit 23 und Niklas Hellmann mit 21 Jahren ergänzten quasi als "Opas" die Truppe und hoben den Altersschnitt auf immerhin 18,5 Jahre an. Dennoch gab es durchaus den Vorsatz, die Favoriten möglichst intensiv zu ärgern. Allerdings war klar, dass dazu gegen die individuell hochklassig besetzten und körperlich starken Hohenloher alles zusammenpassen musste.

Die Chance dazu war in den ersten Minuten dann tatsächlich gegeben. Die Verteidigung um Hannes Krahl und Dennis Ludwig arbeitete äußerst aufmerksam gegen die großen Luete und unterband deren Setplay erfolgreich. Leider fehlte die Konzentration in dieser Anfangsphase am anderen Ende des Feldes. Statt des erreichten 4:2 wäre eine deutlichere Führung durchaus möglich gewesen, was die Gäste zumindest etwas unter Druck hätte setzen können und Selbstsicherheit gebracht hätte. Das Verhängnis nahm seinen Lauf, als nach einem erneuten Ballgewinn ein 3 gegen 1 Überzahlspiel kläglich vergeben wurde. Stattdessen "klingelte" es zum Ausgleich im eigenen Korb.

Danach lief im Marbacher Spiel gar nichts mehr. Zwei Freiwürfe von Dennis Ludwig und zwei Treffer von Roman Nill war alles, was die Marbacher Offense bis zur ersten kleinen Pause zustande brachte. Einerseits fehlte die Bereitschaft zum konsequenten "scoren", andererseits hatten die Youngster auch Pech mit den Würfen - die knapp zwar, aber eben doch den Korb verpassten. Fehlwürfe sind indes bekanntermaßen die beste Munition für das Haller Fastbreak-Spiel. Nach dem fälligen Rebound landeten die Bälle mit gespenstischer Präzision und Geschwindigkeit im Marbacher Korb. So waren die Weichen nach dem 10:27 schon früh Richtung Niederlage gestellt.

In den Fällen, wenn der Ball mal nicht auf Anhieb den Weg durch den Ring fand, hatten die "Flyers" auch noch ein Abonnement auf den Offensiv Rebound. Die Schillerstädter hatten gegen die robusten und versierten Gäste zu selten eine Chance sich den abprallenden Ball zu sichern. Vor allem Flügelspieler Radovan Cavlin - 2006 immerhin im Ludwigsburger Erstliga-Kader - war in dieser Disziplin nicht zu stoppen. Der 31:60 Halbzeitstand war allerdings trotz der Klasse des Gegners wenig erfreulich. Das hätte in der Deutlichkeit nicht sein müssen.

Nach der Pause wurde zwar das Spiel etwas besser, nicht aber das Ergebnis. Außgerechnet Lion Lang, der 2009 erst einmal trainieren konnte und nach wochenlanger Krankheit mal wieder auf dem Feld stand, glänzte mit 23 Punkten als eifrigster Punktesammler. Da seinen Mitspielern leider einige schön herausgespielte Würfe aus nächster Nähe misslangen, was - siehe oben - postwendend bestraft wurde, gingen auch der dritte Abschnitt (zu) deutlich an die Gäste.

Das "letzte Gefecht" begann man aus Marbacher Sicht folgerichtig mit einer 49:94 Hypothek. Marco Goldberg hatte nun allerdings sein Visier erfolgreich eingestellt und erzielte in nur fünf Minuten 10 Punkte aus der Distanz. Dadurch kam der Fastbreak-Express der Flyers erst mal zum Stillstand und wenigstens diese Phase des Spiels konnte ausgeglichen gestaltet werden. Schließlich konnte das Viertel sogar gewonnen werden, allerdings erst als ganz am Ende die Bankspieler des Tabellenführers zu ein wenig Spielzeit kommen durften.

Unterm Strich steht eine 67:107 Niederlage, deren Höhe zwar keine Begeisterungsstürme zulässt, die aber auch weder ein Beinbruch, noch ein Maßstab für die kommenden Spiele ist. Vielmehr war es eine Lehrstunde in Punkto Tempo und Präzision, bei der hoffentlich das eine oder andere hängen geblieben ist. Für diesen Gegner wird wohl aller Voraussicht nach auch die nun fest gebuchte Oberliga nur eine Durchgangsstation Richtung Regionalliga sein.

Es spielten: Lion Lang (23 Punkte/1 Dreier), Dennis Ludwig (14), Marco Goldberg (10/1), Roman Nill(7/1), Jan Ziegler (4), Jost Schmidt (4), Niklas Hellmann (3/1), Luca Wagner(2), Hannes Krahl


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